Installieren Sie die genialokal App auf Ihrem Startbildschirm für einen schnellen Zugriff und eine komfortable Nutzung.
Tippen Sie einfach auf Teilen:
Und dann auf "Zum Home-Bildschirm [+]".
Ihr gewünschter Artikel ist in 0 Buchhandlungen vorrätig - wählen Sie hier eine Buchhandlung in Ihrer Nähe aus:
Adalbert Stifters "Bergkristall", ursprünglich unter dem Titel "Der heilige Abend" bekannt und später in die Sammlung "Bunte Steine" aufgenommen, erzählt von den Kindern Konrad und Sanna, die am Weihnachtsabend im Hochgebirge in Schnee und Eis geraten. In ruhiger, präziser Prosa verbindet Stifter dörfliche Sozialordnung, kindliche Wahrnehmung und die erhabene Gleichgültigkeit der Natur. Die Novelle steht im Kontext des österreichischen Biedermeier und des poetischen Realismus, überschreitet diese Kategorien jedoch durch ihre symbolische Verdichtung. Stifter, 1805 im böhmischen Oberplan geboren, war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Maler, Pädagoge und Schulinspektor. Seine genaue Naturbeobachtung, sein Interesse an Erziehung und seine Überzeugung vom "sanften Gesetz" prägen diese Erzählung wesentlich. Die Erfahrung von Landschaft als moralischem und metaphysischem Raum dürfte seine Gestaltung des Gebirges ebenso beeinflusst haben wie seine lebenslange Suche nach Maß, Ordnung und Versöhnung. "Bergkristall" empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die eine kurze, doch vielschichtige Erzählung von großer sprachlicher Klarheit suchen. Das Buch ist Weihnachtsgeschichte, Naturstudie und ethische Parabel zugleich: still, eindringlich und von bleibender literarischer Autorität.