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Die Wiener Gemäldegalerie ist als innovative Gründung der Aufklärung bekannt. Doch wie veränderte sich die Präsentation der Gemälde unter Heinrich Füger (1806-1818)? Während seine Hängung der Gemälde oft als willkürliche Unordnung missverstanden wurde, legt Alice Hoppe-Harnoncourt erstmals die didaktische Innovation des Konzeptes frei. Erst durch die Berücksichtigung von Fügers Rolle als akademischer Lehrer und seiner künstlerischen Verortung zwischen Klassizismus und Frühromantik erschließt sich die Neueinrichtung. Füger brach das statische System der 1780er Jahre auf, um Raum für zeitgenössische Kunst und eine neue Einteilung "alter Schulen" zu schaffen. Diese Neuordnung wird als visuelle Repräsentation des zeitgenössischen Diskurses im Übergang zur institutionellen Ausformung des Museums im 19. Jahrhundert gedeutet. - Sammlungsgeschichte der kaiserlichen Gemäldegalerie Wien, heute Teil des Kunsthistorischen Museums Wien - Die Galerie-Einrichtung unter Füger präsentiert als innovative Weiterentwicklung und visuelle Repräsentation des zeitgenössischen Diskurses
Alice Hoppe-Harnoncourt, Kunsthistorikerin in Wien mit Forschungsprofil an der Schnittstelle von Wissenschaft und Museumspraxis. In ihrer Arbeit widmet sie sich der Verbindung von kunsthistorischer Analyse und kunsttechnologischen Untersuchungen. Mitarbeit am Bestandskatalog der deutschen Renaissancegemälde des Kunsthistorischen Museum in Wien sowie Assistenzkuratorin der Bruegel-Jubiläumsausstellung (2018-2019). Weitere Forschungsinteressen gelten der Restauriergeschichte und Fragen der Denkmalpflege. Zuletzt im Kunsthandel tätig, mit Fokus auf österreichische Malerei des 20. Jahrhunderts.