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Das Hexaemeron des Ambrosius von Mailand entfaltet in sechs Homilien die biblische Schöpfungserzählung aus Genesis 1 als theologisch, naturkundlich und moralisch vielschichtigen Kosmos. In kunstvoller lateinischer Prosa verbindet Ambrosius allegorische Exegese, rhetorische Schulung und pastorale Unterweisung; sichtbar ist dabei der literarische Kontext der spätantiken christlichen Auslegung, besonders die Auseinandersetzung mit Basilius von Caesareas Hexaemeron sowie mit klassischer Bildung und philosophischer Naturbetrachtung. Ambrosius, römischer Verwaltungsbeamter und seit 374 Bischof von Mailand, schrieb aus der Perspektive eines Kirchenleiters, der seine Gemeinde intellektuell festigen und geistlich formen wollte. Seine juristische und rhetorische Ausbildung, seine Kenntnis griechischer Theologie und seine Verantwortung in einer politisch bewegten Reichskirche prägen das Werk. Die Schöpfung wird bei ihm nicht bloß erklärt, sondern als Ordnung Gottes gedeutet, die den Menschen zur Tugend, Demut und Kontemplation ruft. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die die Begegnung von Bibelauslegung, antiker Wissenschaft und christlicher Ethik verstehen möchten. Das Hexaemeron ist ein Schlüsseltext für die lateinische Patristik und eröffnet einen eindrucksvollen Zugang zu Ambrosius' Denken, Predigtkunst und Weltdeutung.