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Wie hängen Heimat, Exil und Geschichtsschreibung zusammen? Dieser Frage geht die Autorin am Beispiel von Michael Graetz (1933-2018) mit vergleichenden Blicken auf Fritz Stern (1926-2016) nach. Ausgehend von einer Villa in Breslau/Wroc-aw, die vor 1933 die Familien des israelischen und des US-amerikanischen Historikers zusammenführte, verknüpft sie (Familien-)Biografie und Historiografie. Der Bogen wird zurück in die deutsch-jüdisch-bürgerliche Lebenswelt der Vorfahren ihrer Protagonisten hin zu einer Erfahrungsgemeinschaft gespannt, verflochten durch frühen Verlust und Flucht infolge der nationalsozialistischen Vertreibung. Dieses Buch erhellt die ebenso heilsame wie schöpferische Kraft des Schreibens von Geschichte in neuen nationalen Kontexten und Denkräumen, stets in Verbindung mit einem bildungspolitischen Auftrag, ausstrahlend auf ihr Geburtsland und bei Michael Graetz, nach einem Aufwachsen im Transit und staatenlos, mit dem Rückhalt des gegründeten Staates Israel als Licht im Dunkel.
Dr. phil., ist Historikerin, Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und am Buber-Rosenzweig-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort arbeitet sie seit 2025 am Forschungsprojekt "Synagogen-Gedenkbuch Hessen" mit. Bis Anfang 2026 leitete sie den von ihr aufgebauten Standort Schönhausen der bundesunmittelbaren Otto-von-Bismarck-Stiftung.