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Der Roman erzählt vom Leben in einer deutschen Stadt in den Jahren von 1920 bis 1934 am Beispiel der Geschicke von fünf Familien, die ganz unterschiedliche gesellschaftliche Milieus repräsentieren. Im Vordergrund die Kinder, sowohl des klassenbewussten, politisch engagierten Arbeiters als auch des grossbürgerlichen jüdischen Bankiers. Daneben die des liberalen, konfessionslosen intellektuellen Arztes, des faschistischen Kleinbürgers und schließlich des verarmten ostjüdischen Einwanderers. In expressiver Bildlichkeit führt Anna Gmeyner das kollektive Wegsehen der Deutschen vor der alltäglichen Inhumanität vor Augen und dokumentiert in eindringlicher Weise, wie die nationalsozialistische Gesellschaftspolitik auf den Zusammenbruch des Familienzusammenhalts zielte. Iris Berben, die ihre Popularität auch als Instrument gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für Toleranz einbringt, war dieses Hörbuch ein besonderes Anliegen. In ihren viel beachteten Lesungen erinnert sie immer wieder an die Opfer des Nationalsozialismus. Für ihre Bemühungen um Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden ist sie mehrfach ausgezeichnet worden.
Die "Chronistin der Zeit", wie sich Anna Gmeyner selbst bezeichnet hat, kommt 1902 als älteste Tochter eines gutsituierten Wiener Rechtsanwaltes zur Welt. Anna Gmeyner entwickelt sehr früh ein ausgeprägtes Bewusstsein für gesellschaftliche Missstände und soziale Ungerechtigkeit. Sie wird für kurze Zeit Dramaturgin in Erwin Piscator-s berühmten Theaterkollektiv, zu dem auch Brecht eine Weile gehört. Sie beginnt, sich als Autorin kritischer Zeitstücke einen Namen zu machen und erzählt von den Schattenseiten. Mit dem Volksstück "Automatenbüfett" gelingt ihr zur Spielzeit 1932/33 ihr grösster Erfolg. Doch ihre Karriere wird von den Nationalsozialisten beendet. Wie viele andere, flieht auch sie ins Ausland. Mit ihrem zweiten Mann geht sie nach London und lässt sich dauerhaft in England nieder. Ihr Roman "Manja" erscheint unter ihrem Pseudonym Anna Reiner 1938 im Querido-Verlag, Es ist heute ihr bekanntester Text. Anna Gmeyner starb 1991 in New York.