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Die Apokalypse des Abraham ist eine pseudepigraphische jüdische Offenbarungsschrift, vermutlich aus dem späten ersten oder frühen zweiten Jahrhundert, erhalten vor allem in altslawischer Überlieferung. Sie verbindet die Erzählung von Abrahams Abkehr vom Götzendienst mit einer Himmelsreise, auf der der Engel Jaoel dem Patriarchen Geschichte, kosmische Ordnung und endzeitliches Gericht deutet. Ihr Stil ist zugleich midraschisch, liturgisch und visionär; zwischen Genesis-Auslegung, Tempeltheologie und apokalyptischer Symbolsprache bezeugt sie eine angespannte Weltdeutung nach der Zeitenwende. Der Verfasser bleibt anonym, doch seine Bildung verrät ein Milieu, das mit biblischer Exegese, Opferkult, Engelspekulation und den Traumata politischer Fremdherrschaft vertraut war. Die scharfe Polemik gegen Bilderverehrung, die Frage nach dem Ursprung des Bösen und die Hoffnung auf göttliche Vergeltung lassen an jüdische Kreise denken, die nach Zerstörung und Entwurzelung Israels Erwählung neu begründen wollten. Abraham wird zur exemplarischen Gestalt des erkennenden Glaubens. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die die Vielfalt des antiken Judentums jenseits des biblischen Kanons verstehen möchten. Es bietet keinen einfachen Fahrplan der Endzeit, sondern eine theologisch dichte Meditation über Offenbarung, Bundestreue und Gericht. Wer apokalyptische Literatur, Religionsgeschichte oder die Wirkungsgeschichte Abrahams studiert, findet hier ein knappes, aber intellektuell außerordentlich reiches Zeugnis.
Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.