Ariana Kellmer

Migration als Aufstiegsprojekt?

Unwahrscheinliche Süd-Nord-Aufstiege in globalen Ungleichheiten. 23,0 cm / 15,0 cm / 2,3 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 393 Seiten
EAN 9783593522821
Veröffentlicht August 2026
Verlag/Hersteller Campus Verlag GmbH

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Beschreibung

Das Buch untersucht das Zusammenspiel von geographischer und sozialer Mobilität vor dem Hintergrund globaler Ungleichheitsstrukturen. Im Zentrum stehen seltene, migrationsbegleitete Aufstiegsbiographien von Menschen aus dem Globalen Süden, die trotz erheblicher struktureller Barrieren berufliche Positionen der Mittelschicht in Europa erreichen. Auf Grundlage biographisch-narrativer Interviews und einer praxeologischen Analyseperspektive wird rekonstruiert, wie sich Migrant:innen in globalen Ungleichheiten orientieren und welche Handlungsstrategien sie im Umgang mit begrenzten Bildungs-, Migrations- und Arbeitsmarktzugängen entwickeln. Die Arbeit verbindet Migrations- und Aufstiegsforschung über nationale Rahmungen hinaus und zeigt, dass auch 'erfolgreiche' Aufstiege nicht als Beleg meritokratischer Aufstiegsnarrative zu verstehen sind. Vielmehr machen die Ausnahmefälle die Wirkmacht globaler Ungleichheiten, institutioneller Selektivitäten und sozialer Herkunft sichtbar und tragen zu einer kritischen Neubestimmung sozialer Mobilität im transnationalen Kontext bei.

Portrait

Ariana Kellmer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Duisburg-Essen, am Institut Arbeit und Qualifikation. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen (Globale) Soziale Ungleichheiten, rekonstruktive Sozialforschung, Migrationsund Sozialpolitikforschung.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt 1. Einleitung 2. Hintergrund: Globale Ungleichheiten und die Herausforderungen in Migrations- und Aufstiegsprozessen 2.1 Ausmaß globaler sozialer Ungleichheiten 2.2 Globale Migrationsbewegungen 2.3 Migrationspolitik, Migrationsregime und das 'zweckgebundene' Aufenthaltsrecht 2.3.1 Ungleiche Visavergaben 2.3.2 Migrationspolitik Deutschlands: migrationspolitische Kategorien und ihre Folgen für Migrationsverläufe 2.3.3 Migrationsrechtliche Regime und die Autonomie der Migration 2.4 Ungleichheiten vor der Migration: Bildungsungleichheit im Globalen Süden 2.5 Ungleichheiten nach der Migration: Migrant:innen auf dem deutschen Arbeitsmarkt 2.6 Zwischenfazit: (Globale) Ungleichheiten im Migrations- und Aufstiegsprozess 3. Sozialstrukturelle Rahmung sozialer Mobilität 3.1 Theorien der Sozialstruktur 3.2 Struktur, Handeln und Biographie 3.2.1 Struktur und Handeln in der Praxeologie Bourdieus 3.2.2 Struktur und Handeln nach der Wissenssoziologie Mannheims 3.2.3 Biographien und Lebensläufe als Ausdruck von Struktur und Handeln 3.3 Transnationale und Globale Ungleichheitsstrukturen 3.3.1 Globale und transnationale Ungleichheitstheorien 3.3.2 Sozial-räumliche Autonomie 3.4 Zwischenfazit: Sozialstrukturelle Rahmung sozialer Aufstiege 4. Soziale Aufstiege im Globalen Norden und im Globalen Süden 4.1 Aufstiege im Norden 4.1.1 Phasen der Aufstiegsforschung 4.1.2 Individuelle Aufstiegsprozesse 4.1.3 Bildungsaufstiege von jungen Menschen mit Migrationshintergrund 4.2 Aufstiege im Süden 4.2.1 Postkoloniale und entwicklungspolitische Perspektiven auf Modernisierung und Individualisierung im Globalen Süden 4.2.2 Soziale Aufstiege im Globalen Süden 4.3 Meritokratie und meritokratische Hoffnungen 4.3.1 Idee der Meritokratie 4.3.2 Meritokratische Hoffnungen im Globalen Süden 4.3.3 Kritik an der Idee der Meritokratie 4.4 Zwischenfazit: Soziale Aufstiege im Globalen Norden und im Globalen Süden 5. Empirisches Forschungsdesign und Methodisches Vorgehen 5.1 Untersuchungsfragen 5.2 Rekonstruktive Sozialforschung 5.3 Methodologie der dokumentarischen Methode 5.4 Methodisches Vorgehen 5.4.1 Fallauswahl 5.4.2 Feldzugang 5.4.3 Vorstellung, Begründung und Umsetzung der Erhebungsmethode 5.4.4 Auswertung gemäß der dokumentarischen Methode 5.4.5 Typenbildung 5.4.6 Ergebnisdarstellung 5.4.7 Forschungsethik und (Selbst-)Reflexion im Forschungsprozess 6. Aufstiegsorientierung und das Verhältnis zur Familie 6.1 Erfüllung familiärer Aufstiegserwartungen 6.2 Überzeugen der Familie 6.3 Abgrenzung von familiären und gesellschaftlichen Erwartungen 6.4 Zwischenfazit und Einordnung: Aufstiegsorientierungen und das Verhältnis zur Familie 7. Strategien im Aufstiegsprozess: Umgang mit beschränkten Zugängen zu Migration und Bildung 7.1 Mehrfaches Umorientieren und Anpassen an Gelegenheiten 7.2 Festhalten an Bildungs- und Migrationszielen, auch wenn sie aussichtslos erscheinen 7.3 Exkurs: 'Ich hatte Glück' 7.4 Zwischenfazit: Strategien im Aufstiegsprozess 8. Rahmenbedingungen für soziale Aufstiege von Süd-Nord- Migrant:innen 8.1 Sozialer Hintergrund und familiäre Ressourcen 8.2 Weitere Netzwerke und Gatekeeper 8.3 Migrationsspezifische Ressourcen und Migrationserfahrungen 8.4 Geschlecht 8.5 Migrationskanäle 8.5.1 Bildungsverläufe und Bildungsmigration 8.5.2 Internationale Organisationen und Kirche 8.5.3 Heirat und Familienzusammenführung 8.6 Zwischenfazit: Rahmenbedingungen für soziale Aufstiege von Süd- Nord-Migrant:innen 9. Soziale und geographische Mobilität am Beispiel der Süd-Nord- Migration - Zusammenführung und Schlussbetrachtungen 9.1 Migrationsbegleitete Aufstiege als geteilte Erfahrung 9.2 Migrationskanäle und Aufstiegsstrategien im Rahmen globaler und migrationsbezogener Ungleichheitsstrukturen 9.2.1 Zusammenspiel von Migrationskanälen und biographischen Orientierungen 9.2.2 Strategischer Umgang mit ungleich strukturierten Rahmenbedingungen 9.3 Aufstiegsforschung als Rahmung der Süd-Nord-Migration? 9.3.1 Migrationsbegleitete Aufstiege als individuelle oder kollektive Mobilität 9.3.2 Zum Zusammenwirken von sozialer und geographischer Mobilität 9.3.3 Aufstiege als Trajektorien? Zur Aufstiegsforschung mit Bourdieu 9.3.4 Süd-Nord-Migrant:innen als 'Aufsteiger:innen'? Reflexion des Aufstiegsbegriffes 9.4 Reflexion und Ausblick Anhang Dank Literatur

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