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In einer bürgerlichen Familie der Nachkriegszeit aufgewachsen, macht sich Barbara Klein auf die Suche nach deren verdrängter und verschwiegener jüdischer Herkunft und erzählt von Flucht und Exil, von Vernichtung und vom Überleben des Großvaters als letztem jüdischem »Krankenbehandler« im Nazi-Wien. In den Worten Elfriede Jelineks: »Eine Familiengeschichte, ein Rubens'scher Engelsturz, die einen landen auf den Füßen, die andren in den Krematorien der Nazis. Es stürzen die Opfer. Die Täter dürfen aufrecht bleiben und gehen in die Welt, als wäre nichts gewesen. Eine unglaublich präzise recherchierte Geschichte von so vielen Leben, und jedes Leben hat seine eigene. Und jede dieser Geschichten steht für unsere Geschichte, und sie müssen auch alle für sie einstehen. Rechenschaft wird nicht verlangt, das wäre schon zuviel des Guten. Was man nicht fassen kann, das muß man lesen.«
Barbara Klein, 1954 in Wien geboren, studierte Schauspiel am Max Reinhardt Seminar und war u. a. Ensemblemitglied am Wiener Volkstheater sowie Mitbegründerin feministischer Theater- und Kabarettprojekte. Sie führte Regie, u. a. für die Wiener Festwochen. 2000 gründete sie das Kosmos Theater in Wien, das sie bis 2018 als Intendantin leitete. Für ihre kulturpolitische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien und dem Wiener Frauenpreis. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich seit Langem mit Erinnerungskultur, Geschlechterfragen und gesellschaftlicher Verantwortung.