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Was war das neunzehnte Jahrhundert für eine Epoche - voller Hoffnung, Fantasie, Veränderungswille, Geschwindigkeit, Potenzial! Im überaus lebendigen Paris studiert und malt ab 1840 Gustave Courbet, verkehrt in einer Runde von Künstlern und Intellektuellen und entwickelt um 1850 den Realismus mit. Courbet scheint gerade das Alltägliche eines Gemäldes würdig, ein ländliches Begräbnis, Steinklopfer, betrunkene Geistliche - gerade das provoziert Skandale in bürgerlichen Kreisen ebenso wie in klerikalen. Parallel zu Courbets künstlerischer Entwicklung kommt Frankreich nach der Revolution von 1848 nicht zur Ruhe - gipfelnd im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der kurzen Diktatur des Proletariats in Form der Pariser Kommune im Frühling 1871. Gustave Courbet ist als Mitglied der Kommune mitten im politischen Strudel und endet zwangsläufig im Schweizer Exil, hoch verschuldet und schwer krank.
Bernd Schuchter, geboren 1977 in Innsbruck, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Innsbruck. Rezensent, Autor und Verleger. Seit 2006 Verleger des Limbus Verlag. Diverse Stipendien und Preise, u. a. Prosapreis Brixen/Hall (2007), Preis für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck (2014) und Theodor-Körner-Preis für Kunst (2017). Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: Jacques Callot und die Erfindung des Individuums (2016), Gebrauchsanweisung für Tirol (2017), Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie (2018), Rikolas letzter Auftritt (2019) und Gustave Courbet und der Blick der Verzweifelten (2021). Seine Bücher wurden bisher ins Ukrainische, Polnische, Italienische und Englische übersetzt. www.berndschuchter.at