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Wie so oft bleibt auch in Bellovás Prosa der zeitlich-räumliche Hintergrund vage und unbestimmt. Es könnte heute sein, es könnten die 1960er- oder 1930er-Jahre sein; es könnte in der Türkei spielen, in Griechenland, vielleicht in Spanien - oder an einem ganz anderen Ort und zu einer anderen Zeit. Diese Ungewissheit spiegelt sich in der Erzählerin selbst - der Hauptfigur, die sich eines Tages aus einer unglücklichen Ehe befreit und "auf den Weg" macht. Sie kehrt dorthin zurück, wo alles begann - in ihr Heimatdorf und versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist und was in den Generationen ihrer Eltern und Großeltern schiefgelaufen ist. Wie ihr Vater, der titelgebende "unsichtbare Mann", auf tragische Weise ums Leben kam und warum ihre Mutter dreißig Jahre lang verstummte. Sie vergleicht damals und heute und stellt die Vergangenheit der Gegenwart gegenüber - all dies vor dem Hintergrund einer dramatischen, zugespitzten Atmosphäre eines namenlosen Krieges. Trotz aller Unbestimmtheit wird am Ende klar, wofür die Autorin steht: für das Weibliche, für Gefühle, für Heimat und Nachkommenschaft - gegen die immer wiederkehrende menschliche Dummheit und Ignoranz, gegen Neid und Hass, die den Menschen und seine Seele ersticken.
(*1970), die in Prag lebt, ist Schriftstellerin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Ihren internationalen Durchbruch erzielte sie mit dem Roman Jezero (Der See, 2016), der 2017 mit der Magnesia Litera als Buch des Jahres ausgezeichnet wurde, den Literaturpreis der Europäischen Union erhielt und 2023 den EBRD Literature Prize gewann; die Rechte wurden in 24 Länder verkauft. 2019 erschien ihr Roman Mona, der mit dem Czech Book Prize ausgezeichnet wurde. Ihr jüngstes Werk ist der Roman Neviditelný muž (Der unsichtbare Mann, 2024), dessen englische Ausgabe 2026 bei Parthian Books erscheinen wird.