Christian Friedrich Hunold

Academische Nebenstunden allerhand neuer Gedichte

1. Auflage. 21,0 cm / 14,8 cm / 3,3 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 474 Seiten
EAN 9782322835942
Veröffentlicht Juli 2026
Verlag/Hersteller BoD - Books on Demand
27,40 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Academische Nebenstunden allerhand neuer Gedichte versammelt eine umfangreiche Auswahl deutschsprachiger Gedichte von Christian Friedrich Hunold, der das Werk unter seinem Dichternamen Menantes einleitet. Die Sammlung verbindet höfische Gelegenheitsdichtung, moralische Betrachtungen, Satire, Liebeslyrik, Hochzeits- und Trauergedichte mit poetischen Fabeln.
In der ausführlichen Vorrede prüft der Verfasser seine frühere Tätigkeit als Dichter kritisch. Er beschreibt Erfindungskraft, Verstand, Wissen, Beredsamkeit und Tugend als notwendige Grundlagen der Poesie. Besonders warnt er vor Gedichten, die körperliche Begierde, Eitelkeit oder Ehrgeiz verherrlichen und dadurch junge Leser verführen könnten. Dichtung soll nach seiner Darstellung nicht nur durch sprachliche Anmut wirken, sondern Erkenntnis und moralische Orientierung vermitteln.
Der erste große Teil enthält Trauer-, Lob- und Glückwunschgedichte für Herrscher, Fürsten, Angehörige des Hofes und andere öffentliche Personen. Friedrich I. von Preußen, Friedrich Wilhelm, Mitglieder verschiedener Fürstenhäuser sowie militärische und politische Ereignisse werden in Oden, Arien, Sinnsprüchen und kürzeren Ehrengedichten behandelt.
Die ' Moralischen Uberschrifften und Gedichte ' beschäftigen sich mit Tugend, Glauben, Vernunft, Eitelkeit, menschlichen Schwächen und gesellschaftlichem Verhalten. Die scherzhaften und satirischen Texte richten sich gegen Selbstüberschätzung, schlechte Dichtung, modische Gewohnheiten, Berufe und alltägliche Torheiten. Der Abschnitt ' Galante und Vermischte Gedichte ' umfasst Liebesgedichte, Freundschaftsverse, persönliche Anreden und verschiedenartige Gelegenheitsstücke.
Weitere Teile sind Hochzeiten, Geburtstagen, akademischen Feiern, Todesfällen und dem Andenken Verstorbener gewidmet. Die abschließenden poetischen Fabeln behandeln unter anderem deutsche und französische Dichtung, das Verhältnis von Lust, Verstand und Weisheit sowie menschliche Leichtgläubigkeit.
Die historische deutsche Schreibweise mit ihren ursprünglichen Wortformen, Satzzeichen und typografischen Eigenheiten bleibt in dieser Ausgabe sichtbar. Das Werk bietet damit einen umfangreichen Einblick in höfische, akademische, religiöse, moralische und satirische Versdichtung.

Portrait

Christian Friedrich Hunold (1680/1681-1721), der meist unter dem Pseudonym Menantes schrieb, war ein einflussreicher deutscher Schriftsteller und Dichter des späten Barocks und der frühen Aufklärung. Er studierte Rechtswissenschaften und wurde nach einem kurzzeitigen Aufenthalt in Hamburg als prägender Vertreter der "galanten Literatur" bekannt. Mit seinem vielgelesenen Roman Die allerneueste Art zur galanten Poesie zu gelangen (1704) schuf er wegweisende stilistische Vorgaben für die deutsche Literatur seiner Zeit. Zudem war Hunold ein äußerst produktiver Librettist und arbeitete eng mit Komponisten wie Reinhard Keiser an der Hamburger Gänsemarktoper zusammen. Da seine oft freizügigen und erotischen Schriften für Skandale sorgten, musste er Hamburg verlassen. Er zog nach Halle an der Saale, wo er eine Professur für Poesie und Moral erhielt und bis zu seinem Tod im Jahr 1721 lehrte.