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Liberale Demokratien stecken in einer Falle: Aufklärerische Werte wie Freiheit, Gleichheit und Vernunft werden nicht mehr verteidigt, sondern stattdessen als Instrumente der Herrschaft verdächtigt oder als Identitätsmarker vereinnahmt. Rechte Populisten demontieren Institutionen im Namen des 'Volkswillens', während Teile der Linken universalistische Argumente durch Zugehörigkeitspolitik ersetzen. Beide Bewegungen teilen dieselbe Grundbewegung: Sie opfern das aufklärerische Erbe zugunsten partikularistischer Identität. Christian Lammert und Boris Vormann zeigen, wie Sicherheit ethnisiert, Gleichheit national verengt, Freiheit privatisiert und Vernunft fragmentiert wird - und warum das demokratische Politik lähmt.
Christian Lammert (Dr. phil.), geb. 1969, ist Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Systeme in Nordamerika am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien (JFKI) der Freien Universität Berlin. Sein Hauptforschungsschwerpunkt liegt auf der Einkommens- und Vermögensungleichheit, wobei er insbesondere untersucht, wie fortgeschrittene Wohlfahrtsregime wirtschaftliche Ressourcen durch Steuer- und Transfersysteme umverteilen.