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Die klassische Moderne (1880-1930) erscheint als Epoche sich zuspitzender Gegensätze: Stadt und Land, Industrie- und Agrarwirtschaft, gesellschaftlicher Wandel und konservative Kontinuität. Was geschieht, wenn man die Moderne von einem adeligen Rückzugsort auf dem Land aus beleuchtet? Wenn man einen konservativen Raum betritt, der sich in ständiger Modernisierung befand? Wenn ein Bauwerk im Mittelpunkt steht, das ebenso stark in ländlichen Räumen verwurzelt ist, wie seine Netzwerke weit in Städte hineinreichen? Ob als Burgen, Schlösser oder Güter - Landhäuser findet man überall in Deutschland. Über sie erzählt Christoph Schlemmer eine Geschichte der Moderne in ländlichen Räumen; von den Häusern aus, die durch Menschen geschaffen wurden und dabei ihre ganz eigene Wirkmacht entwickelten. Sie zeigen die Moderne als Epoche der Heterogenität.
Christoph Schlemmer studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Tübingen. Er ist gegenwärtig im Landesarchiv Baden-Württemberg tätig, wo er seit 2024 das Staatsarchiv Sigmaringen leitet.