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In diesem Band stellen anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Erkenntnisse zur innigen Verstrickung des Deutschen Roten Kreuzes mit dem NS-Regime vor. Nach der Neugründung des DRK e. V. 1921 und dem Verbot einer militärischen Ausrichtung im Versailler Vertrag wandte sich das DRK während der Zeit der Weimarer Republik vorwiegend zivilen Betätigungsfeldern zu. Ab 1933 öffnete sich das DRK jedoch zunehmend dem NS-Regime. Der Weg führte über Zwischenschritte hin zu einer militärisch ausgerichteten und von der SS dominierten Sanitätsorganisation, die integraler Bestandteil der NS-Kriegsmaschinerie wurde. Nach 1945 konnten hochrangige NS-Funktionäre mit Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes und des Vatikans nach Übersee fliehen. Diese belastenden historischen Fakten wurden vereinsintern bis heute kaum aufgearbeitet. Dieses Buch fügt dieser notwendigen Diskussion neue Perspektiven hinzu. Mit Beiträgen von Petra Betzien, Hubertus Büschel, Judith Hahn, Clemens Hellenschmidt, Peter Poguntke, Dieter Riesenberger, Horst Seithe, Gerald Steinacher, Ludger Tewes, Susanne Urban.
Horst Seithe, Historiker und ehem. Oberarzt am Klinikum Nürnberg, hat die internationale Kongressreihe "Medizin und Gewissen" und das internationale Symposium anlässlich des 100. Gründungsjahres des DRK maßgeblich mitgestaltet. Karl-Heinz Leven ist Medizinhistoriker und seit 2009 Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsgebiete sind die antike Medizin, die Medizingeschichte der Seuchen, die Medizin im Nationalsozialismus, die Geschichte der Medizinischen Fakultäten Erlangen und Freiburg, weiterhin das Thema Medizin und Krieg und die Geschichte der Medizinethik.