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Fritz Schumacher (4.11.1869---5.11.1947), Hamburgs Oberbaudirektor, gilt bis heute als 'Lichtgestalt' der Bau- und Architekturgeschichte, die insbesondere Hamburg nachhaltig prägte. Mehr als 300--Bauten, über 1.000--Publikationen, davon mehr als 30--Bücher, sowie Hunderte von Skizzen und Plänen weist sein Werk auf. Thematisch reicht es von der Bühnengestaltung, über Kunst-und Baugeschichte, die Verwendung von Backstein, Architektur- und Städtebaufragen bis hin zur Regional- und Landesplanung. Fortwährend werden bei jeder Gelegenheit - auch über die Hansestadt hinaus - Bonmots des sprachgewandten Fritz Schumacher bemüht. Architekten und Städtebauer geben vor, nach seinen Vorstellungen zu arbeiten, ohne es zu tun; andere machen es, ohne mit seinen Arbeiten wirklich vertraut zu sein. Diese erstmals hinter die Kulissen blickende und mit Mythen aufräumende Biografie liefert eine faktenreiche Aufarbeitung des Werks von Schumacher und bezieht dabei die jeweilige Zeitgebundenheit seiner 'vier Leben' ein - im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, unter dem Nationalsozialismus und danach. Die Rolle wichtiger Wegbegleiter an den Orten seines Wirkens in München, Leipzig, Dresden, Köln, Hamburg und Lüneburg wird entschlüsselt. Mit dieser umfassenden Betrachtung seiner Lebensleistung im Kontext politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und kultureller Rahmenbedingungen eröffnet sich ein neuer Zugang zu Fritz Schumacher - eine lange überfällige und darüber hinaus hochinformative Studie.
Prof. Dr. Dirk Schubert lehrt und forscht an der HafenCity Universität Hamburg. Er hat zur Baugeschichte, zum Städtebau sowie zur Stadtplanungsgeschichte publiziert (u.a. als Hg. zusammen mit Peter Michelis 'Hamburger und Altonaer Reformwohnungsbau der 1920er Jahre', 2021) und war Vorsitzender der Fritz-Schumacher-Gesellschaft e.V.