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Es geht um den Tod. Und um das Schweigen. Vielleicht um den schweigenden Weg in den Tod. Die Psychologin Donia und ihr kriminalpsychologisch versierter Sympathisant Lyann können es nicht fassen, was im Zeitalter der Aufklärung von Straftatbeständen doch eher der Versteinerung einer hypersensiblen Mimose zuschreibbar wäre, wenn es allein um menschliche oder eben unmenschliche Züge ginge. Ein vermeintliches Mysterium rafft dahin, was über mehrere Jahre der Aufhänger, das Abbild, womöglich der Klon eines Selbst war. Und nun? Wieder Recherchen. Wieder Lichtblicke. Identifiziert mit einem ganz besonderen Menschen. Der nicht Donias Vater ist, wie Jan, fast ein bisschen erbost, feststellt. Aber das allein vermag nicht zu helfen. Rational ist nicht emotional. Rationale Abhängigkeiten ließen sich klären. Emotionale Abhängigkeit verkennt das Gesamtbild. Lieber keine Nähe, wobei sie so ersehnt ist. Besser Distanz, obwohl sie kaum auszuhalten ist. Und bitte kein Verlust, weil da die Angst in den Startlöchern steht. Wer muss sich denn schützen? Der mit der Angst im Nacken oder der mit der Angst vor dem Weggang desjenigen, der die Angst vor der Nähe zu seinem ganz persönlichen Schutzbestreben erklärt? Donia hat es satt! Sie fühlt sich überhungert und zieht aus, um jemand anderen das Fürchten zu lehren. Seine heile Welt anzukratzen und Unheil sichtbar zu machen. Das sie nicht erfindet, denn es ist bereits da. Vergangen und doch gegenwärtig. Spirituell im Ausdruck des Eingegebenen. Fantastisch im Erleben des Ausgesperrten. Selbst im Suchen. Unlängst im Finden. Oder im Gefundenwerden. Abgeprallt aus niederen Gelüsten einer Gier nach Neuland. Mitgestartet, mitgeflogen und die Landung den gerade erst erlernten Flugkünsten überlassen. Sich selbst abgeschirmt. Um die eigenen Lebensträume zu verwirklichen. Das andere da war ja nur ein spannender Ausflug gewesen. Ausgerechnet dieser Mensch, den Donia, überdimensional und gegen eigene Irritationen erhaben, ins Vertrauen zog, schmettert sie gegen die kalte Wand der alten Kellergefilde. Tief ist ihr körperlicher wie seelischer Schmerz. Als Psychologin sucht sie sich freizupaddeln und ihn zu verstehen. Sein Verhalten spaltet sie. Donia gelangt in ergreifende Emotionalität und spürt sich im Schauer von Rachegelüsten. Unweigerlich mutig steigt sie in eine Ideenwelt von Taten, die ihr jegliche Angst vorenthält, noch einmal verlassen zu werden. Ein letztes Mal ergreift sie die Nähe dieses Menschen, um ihn für immer von sich zu trennen.