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Ernst Sieber, der bekannte Pfarrer der Obdachlosen, setzte sich zeit seines Lebens für die Schwächsten der Gesellschaft ein. Im Seegfrörni-Winter 1963/64 wächst dank seines Engagements eine zusammengewürfelte Gruppe von Obdachlosen zu einer Familie zusammen. 12 Jahre leben die benachteiligten Menschen in einem unterirdischen Luftschutzbunker am Zürcher Helvetiaplatz, bevor sie dann in das Haus an der Gerechtigkeitsgasse 5 umsiedeln können. Ernst Sieber entwirft in den Episoden jener Zeit ein farbiges Mosaik und gleichzeitig ein einzigartiges Modell menschlichen Zusammenlebens. Er und seine Verbündeten verstanden es, für die Obdachlosen in Zürich Freiräume zu erkämpfen, die ein selbstverantwortliches, menschenwürdiges Leben erlauben.
Ernst Sieber, 1927-2018, war reformierter Pfarrer in den Kirchgemeinden Uitikon-Waldegg und Zürich-Altstetten. Als Bauernknecht absolvierte er zuerst die landwirtschaftliche Schule Strickhof mit Diplomabschluss im Jahr 1947. Die Matura machte er 1950, studierte danach Theologie und wurde 1956 ordiniert. 1980 war er Mediator bei den Zürcher Jugendunruhen und gründete dann 1988 die Stiftung Sozialwerk Pfarrer Sieber (SWS).