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Wir leben im sichersten und wohlhabendsten Zeitalter der Menschheitsgeschichte und doch grassiert in unserer Gesellschaft eine tiefe, lähmende Untergangsstimmung. Wie lässt sich dieses Paradoxon erklären? Und wichtiger noch: Wie können wir es überwinden, ohne in naive Beschwichtigungen oder zynischen Defätismus zu verfallen? In Als ob wir eine Zukunft hätten liefert Frank Kralemann eine scharfsinnige Diagnose unserer Gegenwart. Er zeigt auf, dass unsere kollektive Melancholie das Resultat eines epochalen Fundamentverlustes ist: Die großen Gewissheiten, sei es der Glaube an eine göttliche Ordnung, an den unaufhaltsamen Fortschritt oder an universelle humanistische Werte, haben ihre tragende Kraft eingebüßt. Doch Kralemann belässt es nicht bei der Krisenanalyse. Gestützt auf die Philosophie des Als Ob von Hans Vaihinger und den Möglichkeitssinn von Robert Musil entwickelt er einen pragmatischen Werkzeugkasten für das Überleben in Würde. Er fordert uns auf, die fiktionalen Grundlagen unseres Handelns ernst zu nehmen und so zu handeln, als ob die Zukunft offen und gestaltbar wäre. Ein mutiges, philosophisch fundiertes Plädoyer für eine neue Form der Hoffnung, die nicht auf sicheren Prognosen ruht, sondern auf der bewussten Entscheidung zur Tat.
Frank Kralemann ist ein sehr erfahrener Autor. Er hat schon viele Bücher geschrieben. Meist Sachbücher, aber er hat auch sein Herz an die Poesie verloren und einige Bände seiner Alltagspoesie veröffentlicht. Frank Kralemann ist Vater und Großvater. Er lebt in der Nähe des Teutoburger Waldes. Wenn er nicht schreibt oder liest, läuft er gerne durch die Natur.