Franz Wegener

Der gesteuerte Mensch

Eine kritische Würdigung der Verhaltensökonomie und ein Plädoyer für den Homo oeconomicus. 1. Auflage. 22,0 cm / 17,0 cm / 5,4 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 782 Seiten
EAN 9783696363826
Veröffentlicht August 2026
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Beschreibung

Wir schieben die Altersvorsorge vor uns her, greifen zum ungesunden Snack, klicken auf Oberflächen, die uns eigentlich misstrauisch machen müssten. Die Verhaltensökonomie hat mit solchen Befunden das Bild des vollkommen rationalen Homo oeconomicus erschüttert - und daraus ein politisches Programm gemacht: das Nudging. Träge Bürger bekommen Voreinstellungen, Ablenkbare eine optimierte Aufmerksamkeitsarchitektur, wer auf soziale Normen reagiert, sieht, was andere angeblich tun. Das klingt fürsorglich. Doch zwischen Nutzen und Ausnutzen liegt nur ein schmaler Grat. Franz Wegener nennt diese Entwicklung den Verhaltensstaat: eine Herrschaftsform, die nicht mehr durch Gebote regiert, sondern durch die stille Gestaltung von Entscheidungssituationen - in Formularen, Voreinstellungen, Apps und digitalen Schnittstellen. Dieses Buch bestreitet die empirischen Befunde der Verhaltensökonomie nicht. Es stellt aber die entscheidende Frage neu: Was darf der Staat aus der menschlichen Fehlbarkeit machen? Wegener zeichnet den Weg von den Grundlagen der Verhaltensökonomie über die Replikationskrise und die schwindende Wirksamkeit klassischer Nudges bis zur politisch-philosophischen Kritik am libertären Paternalismus nach - und entwickelt daraus eine Verteidigung des Homo oeconomicus als normatives Ideal: nicht als realistische Beschreibung des Menschen, sondern als Schutzschild gegen Bevormundung. Denn nicht der Bürger muss sich rechtfertigen, warum er seinen Vorlieben folgt - der Staat muss rechtfertigen, warum er sie korrigieren darf. Fundiert, mit umfangreichem wissenschaftlichem Apparat und doch klar geschrieben, richtet sich das Buch an alle, die verstehen wollen, wie aus guter Wissenschaft ein fragwürdiges Regierungsprogramm werden konnte - und warum Mündigkeit mehr wert ist als Fehlerfreiheit.

Portrait

Franz Wegener ist Diplom-Ökonom. Er studierte an der Ruhr-Universität Bochum mit Prädikatsexamen und wurde dort von der ordoliberalen Tradition der Freiburger Schule geprägt, unter anderem durch Hans Besters und Joachim Starbatty. Beruflich war er unter anderem als stellvertretender Geschäftsführer einer Industrie- und Handelskammer sowie langjährig als Dozent und Jobcoach in Programmen zur beruflichen Integration am Arbeitsmarkt tätig. In seinen Büchern verbindet Wegener ökonomische Theorie mit klarer politischer Positionierung: In Machtinstrument Zoll untersucht er Zölle und Handelspolitik von der Antike bis zur Gegenwart, in Der gesteuerte Mensch verteidigt er den Homo oeconomicus als normatives Ideal gegen die Verhaltensökonomie und ihr politisches Programm des Nudging. Franz Wegener lebt und schreibt in Deutschland. Mehr über ihn und seine Bücher unter www.wegenerfranz.net.

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