Installieren Sie die genialokal App auf Ihrem Startbildschirm für einen schnellen Zugriff und eine komfortable Nutzung.
Tippen Sie einfach auf Teilen:
Und dann auf "Zum Home-Bildschirm [+]".
CARMILLA, die Geschichte von Joseph Sheridan Le Fanu um eine undurchschaubare junge Frau, die sich in das Haus eines pensionierten Militärs einschleicht, um dessen Tochter als Gefährtin zu gewinnen, gilt als der erste literarisch bedeutsame Vampirroman. Neben Dracula hat vor allem Carmilla die Vampirliteratur geprägt; sie wird bis heute in feministischen und lesbischen Kreisen regelrecht verehrt. 1872 veröffentlichte Le Fanu die Sammlung »In a Glass Darkly« (1872); eine der fünf Geschichten darin ist »die Vampirgeschichte Carmilla, die in der Weltliteratur zu den besten dieses Genres gehört« (Harenbergs Lexikon der Weltliteratur). 1993 legten Friedhelm und Ulrike Schneidewind eine Dramatisierung vor, die Uraufführung unter ihrer Regie war am 29. April 1994 im Studiotheater Saarbrücken. Den zentralen Handlungsstrang des Stücks verlegten sie in die 1920er Jahre ins deutsch-französische Grenzgebiet. Die Inszenierung des Studiotheaters wurde bis 1999 über 60 Mal aufgeführt, u. a. im Schauspielhaus Leipzig beim Wave-Gotik-Treffen 1997 und 1998, bei einem Gastspiel in Kutaissi/Georgien 1995 und während einer mehrwöchigen Tournee durch Rumänien 1996. Aufgeführt haben das Schauspiel seither mehrere Theater, zuletzt »Das erste unordentliche Zimmertheater« in Osnabrück (2023/24). Die Aufführungsrechte für CARMILLA liegen seit Juni 2026 beim Heidelberger Theaterverlag. Friedhelm Schneidewind hat im Laufe der Zeit einige Geschichten geschrieben, die das Schicksal Carmillas nach ihrer »Wiederauferstehung« behandeln. Eine war schon im »Buch zum Stück« 1994 enthalten, andere wurden in verschiedenen Publikationen veröffentlicht, die nicht mehr alle erhältlich sind. In diesem Sammelband präsentiert er nun alle Storys um Carmilla, damit sie wieder zugänglich sind. Ergänzend finden sich ein Hintergrundartikel von 2018 und ein Essay von 2024 zu verschiedenen Aspekten des Vampirismus sowie Infos zum Theaterstück Carmilla: eine Inhaltsangabe, ein Überblick über die Aufführungen sowie Pressestimmen. Ulrike Grimm (von 1991 bis 2006 Ulrike Schneidewind) ist am 9. Juni 2024 gestorben. Der Nachruf, den Schneidewind kurz nach ihrem Tod verfasst habe, beschließt dieses Bändchen, das ihr gewidmet ist.
Friedhelm Schneidewind, geboren 1958, wuchs auf in Berlin, Trier und im Saarland, wo er Biologie und Informatik studierte. Seit 1999 lebt er im Rhein-Neckar-Raum als freier Autor, Journalist, Musiker und Dozent, u. a. für Medien und Betriebsräte, seit 2019 wohnt er in Mannheim. Schneidewind publiziert seit 1988 zu Mythologie und Phantastik, u. a. »Das große Tolkien-Lexikon« (2001), »Drachen. Das Schmöker-Lexikon« (2008), »Mythologie und phantastische Literatur« (2008), »Mein Mittelerde« (2011), »Das neue große Tolkien-Lexikon« (2016/2021) und »Das Quiz der Ringe« (2023), hält Vorträge, leitet Seminare und ist gern gesehener Gast und Gesprächspartner bei Funk und Fernsehen. Der »Vorreiter in der Fantasy-Forschung« (Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung 2012), »der sich nicht nur mit Tolkien, sondern auch bestens mit Vampiren, Drachen und Harry Potter auskennt« (Die Rheinpfalz 2012), »gehört zu den profiliertesten Experten für Fantasy-Literatur« (Mannheimer Morgen 2012) und ist »bekannt dafür, schwierige Sachverhalte unterhaltsam rüberzubringen« (Frankfurter Rundschau 2013). 2025 veröffentlichte Schneidewind die Romane »Roter Mund und wundes Herz« über Oswald von Wolkenstein und »Old Firehands letzter Kampf«, die Geschichtensammlung »Das Haus, das seinen Kamin verschenkte« und das Liederbuch »Musikalische Phantastik«. Bekannt wurde Schneidewind mit dem Vampir-Theater-Stück »Carmilla«, das er mit seiner damaligen Frau Ulrike 1994 schrieb und inszenierte (beide spielten mit und waren bis 1999 auf deutschen und ausländischen Bühnen zu sehen) sowie als »Tausendsassa der deutschen Fantastik: als begabter Komponist, Musiker und Sänger, der bei unzähligen Veranstaltungen das Publikum mit seiner ausdrucksstarken Stimme und dem zarten Klang seiner Harfe in den Bann zieht« (EREBOR. Fantastische Medien Nr. 5, 2018): mit der von ihm 1995 gegründeten Mittelaltertruppe »Conventus Tandaradey«, den Duos »Bardensang und Zauberklang« (mit der »Erlentochter« Daniela Osietzki) und »altramentum et claritas« (mit Kai Focke), mit Blockflöten, Harfe, Drehleier, Portativ, Fidel, anderen Instrumenten und Gesang, als Barde sowie als Oswald von Wolkenstein. Schneidewind ist u. a. Mitglied im Phantastik-Autor*innen-Netzwerk PAN, der Deutschen Tolkien Gesellschaft DTG, der Tolkien-Society, der Karl-May-Gesellschaft sowie der Oswald-von-Wolkenstein-Gesellschaft, Gründungsmitglied der Gesellschaft für Fantastikforschung GfF und aktiv im VS, dem Verband deutscher Schriftsteller*innen in ver.di.