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Das älteste deutsche Volksschullesebuch diente Kindern wie Erwachsenen zur Wissensaneignung und war ein Bestseller der Aufklärung.
Zu einem über Preußens Grenzen hinaus großen Erfolg wurde das aus zwei Teilen bestehende Lesebuch 'Der Kinderfreund' (1776 und 1779 veröffentlicht). Verfasst hat es Friedrich Eberhard von Rochow. Mit diesem Werk verfolgte er ein ganz neues pädagogisches Ziel: Er wollte damit den Jungen und Mädchen in den ländlichen Elementarschulen das Lesen beibringen. Das Buch wurde den Kindern kostenlos zur Verfügung gestellt. Es sollte zum eigenständigen Denken anregen und dabei helfen, die Welt auf unterhaltsame wie lehrreiche Weise zu verstehen. Die kurzen Lesestücke sind in Form von Gesprächen, Fabeln, Liedern, Gebeten und Erzählungen verfasst, die vielfältige Themen bereithalten: Naturkunde, Ackerbau, Handwerk, aber auch Spiel und Vergnügen, Geographie, Gesundheit, Glückseligkeit und eine Religionslehre im aufklärerischen Geist der Toleranz. Die Neuausgabe 'Der Kinderfreund' wird von den Herausgebern mit zwei Essays zur Biografie Rochows und zur Wirkungsgeschichte begleitet und kommentiert. Zudem ist das Buch mit Kupfern des von Rochow hochgeschätzten Illustrators der Aufklärung Daniel Nikolaus Chodowiecki ausgestattet.
Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805): Dem preußischen Freiherrn war eine glänzende Karriere in der Armee Friedrichs des Großen beschieden. Stattdessen zog er sich früh auf seine brandenburgischen Güter zurück und verfasste dort den 'Kinderfreund', das zu einem der wirkmächtigsten Schul- und Kinderbücher der Aufklärungszeit wurde. Es wurde in nahezu alle europäischen Sprachen übersetzt.