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Georg Seeßlen setzt sich in diesem Buch in wilder Mischung von Sachlichem und Persönlichem auf die Spuren von Maurizio Cattelan und seiner Kunst. Der Autor verliert sie gelegentlich, um im weiteren Umfeld nach dem Zusammenhang von Kunst, Komik und Kritik zu fragen, um sie dann wiederzufinden, wie es sich für essayistische Schnüffeleien gehört. Was die Kunst mit der Welt anfängt, ist meistens schon ziemlich interessant. Und kritisch und komisch ist es manchmal auch. Aber mindestens genauso interessant ist, was die Welt mit ihrer Kunst anstellt. Oder der Teil davon, den man "Gesellschaft" nennt. Die Wellen der Gleichgültigkeit, der Begeisterung, der Empörung oder der Streitlust, die durch Kunst ausgelöst werden, sind nicht weniger dramatisch anregend als die Kunstwerke selbst. Gelegentlich taucht jemand auf, der Stoff in beide Richtungen liefert. Maurizio Cattelan zum Beispiel, hinter dessen skandalösen Kunst-Clownerien immer noch etwas mehr steckt, als man im ersten Trubel sieht. Der vom Meteoriten hingestreckte Papst und die an die Wand geklebte Banane sind zu Sinnbildern der gegenseitigen Erregung von Kunst und Gesellschaft geworden. Aber was steckt noch dahinter? Und abermals dahinter? Was passierte vorher und nebenan? Und wie steht es ganz allgemein mit dem Verhältnis der zeitgenössischen Kunst zu Kritik und Komik?
Georg Seeßlen verbrachte eine glückliche Kindheit in der Großstadt München und im Alpenvorland und eine sehr viel weniger glückliche Jugendzeit in einer rheinischen Beamten- und Garnisonsstadt, aus der nur der dramatische Ausbruch möglich war. Studierte Kunst in München, spielte wie üblich in einer Rock-Band und wurde dann mittendrin zum "zivilen Ersatzdienst" geholt, wo er in der Arbeit mit "schwer erziehbaren" Kindern und Jugendlichen lernte, gesellschaftliche und psychische Realitäten von allen Seiten zu sehen. Nach einer ebenfalls sehr lehrreichen Zeit als Briefträger und anderen lehrreichen Tätigkeiten beim Fernsehen blieben das Schreiben für Zeitschriften und Radio und das Verfassen von Büchern übrig. Dabei ist es geblieben.