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Was ist ein gelingendes Leben - und warum ist die Frage so schwer, dass ganze Traditionen sich an ihr abgearbeitet haben, ohne sie zu erledigen?
Neunzehn Essays über die Arbeit am eigenen Maß. Sie beginnen bei dem, was ein Mensch mitbringen muss, bevor an ihm gearbeitet werden kann: Selbstprüfung, die Fähigkeit zuzuhören - und zwei Bedingungen, die einander widersprechen können, nämlich frei zu sein und einen guten Ruf zu haben. Wer wirklich selbst denkt, verliert den zweiten regelmäßig.
Von dort führen sie über die Werkzeuge des Maßes zum Leid und seinen Grenzen, zur Bildung des Herzens, zum eigenen unvertretbaren Weg und zu der Frage, was von Tugend bleibt, wenn niemand zusieht. Am Ende richtet sich das Werkzeug gegen sich selbst - gegen das Fragen, das andere ratlos macht, gegen die Form, die gefangen halten kann, gegen die Einsicht, die zu spät kommt, und gegen einen Anspruch, der mehr verlangt, als ein Mensch vermag.
Jeder Essay ruft höchstens zwei Denker auf, aus möglichst verschiedenen Traditionen: von Wang Yangming und Ibn Miskawayh über Zera Yacob und Kwame Gyekye bis Nagarjuna. Wo eine Frage in mehreren Kulturen unabhängig voneinander gestellt wurde, ist das keine Zierde, sondern ein Argument.
Kein Ratgeber. Kein Programm. Ein Buch für Menschen, die eine Frage länger aushalten wollen als eine Antwort.
Ich schreibe über Führung an der Stelle, an der sie unbequem wird: bei dem, der führt. Ich berate Unternehmen des Mittelstands in Fragen der Verantwortung für Technik und Entscheidung, spreche vor Führungskreisen und leitet in Hannover eine Freimaurerloge, die seit 1746 mit denselben Werkzeugen arbeitet. Meine Essays prüfen Gegenwart an altem Handwerk. "Wer führen will, legt den Winkel zuerst an sich selbst".