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Erbe ist keine Rechenaufgabe
Erben und Vererben hat erstaunlich wenig mit Paragrafen zu tun - und erstaunlich viel mit Menschen. Sobald Familien über Immobilien, Vermögen oder Verantwortung sprechen, treten Dinge ans Licht, die jahrelang sorgfältig verborgen waren: Erwartungen, Verletzungen, alte Rollen - und ein oft beeindruckendes Talent für Missverständnisse. Genau dort beginnt die eigentliche Arbeit.
Gerhart Flothow, einer der erfahrensten Mediatoren für familiäre Erbkonflikte in Deutschland, weiß: Streit entsteht selten, weil jemand das Falsche will - sondern weil alle überzeugt sind, das Richtige zu wollen. In diesem Buch zeigt er, wie familiäre Gespräche entgleisen können, warum Logik in Erbfragen oft der erste Verlierer ist und wie man dennoch zu tragfähigen Lösungen gelangt - Lösungen, die nicht nur rechtlich funktionieren, sondern menschlich tragen. Mit einer Mischung aus Klarheit, feiner Ironie und wohldosierter Geduld führt er durch typische Konstellationen: vom verschwundenen Testament bis zur zweiten Ehe, die "rein zufällig" jünger ist als die eigenen Kinder.
Flothow verbindet juristische, psychologische und menschliche Perspektiven zu einem Blick auf das Vererben, der entlastet - und manchmal auch erdet. Seine mediative Arbeit wurde in FAS, Zeit, Welt und anderen Leitmedien vorgestellt; aktuell widmet ihm das Capital-Sonderheft "Vererben" ein ausführliches Porträt.
Seine zentrale Botschaft lautet: Wer früh spricht, muss später weniger streiten. Und wer versteht, worum es wirklich geht, kann den Familienfrieden sogar retten. Ein Buch für alle, die erben, vererben - oder lieber vorher klären möchten, bevor Schweigen teurer wird als jedes Erbe.
Gerhart Flothow begleitet seit über 27 Jahren Menschen in Konflikten rund um Immobilien, Vermögen und Verantwortung. Als Mediator für Immobilien- und Familienkonflikte arbeitet er bundesweit mit Erbengemeinschaften, Patchworkfamilien, Geschwistern, geschiedenen Paaren und Unternehmen in Nachfolgeprozessen. In einer Vielzahl von Mediationsverfahren hat er erlebt, wie schnell rationale Fragen zu emotionalen Krisen werden - und wie viel Frieden entsteht, wenn Menschen wieder miteinander sprechen. Flothow ist Lehrbeauftragter und Dozent (seit 1997) u. a. an der Hochschule Mainz sowie der BVFI-Akademie und Aufsichtsratsmitglied einer kommunalen Grundstücksverwaltungsgesellschaft und bekleidet Vorstands- und Führungspositionen in Immobilienunternehmen (u. a. Wohnbau Mainz, verschiedene Immobilien-GbRs). Als Speaker und Buchautor ist er u.a. bekannt aus FAS, Zeit, Welt und Capital.
Vorwort: Die Zeit der stillen Übergabe ist vorbei TEIL 1: GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN ALS KONFLIKTTREIBER Kapitel I: Ein Erbe nicht zu regeln und dem Zufall zu überlassen, ist keine Option Kapitel II: Familienfriede ist keine Rechenaufgabe Kapitel III: Regeln von 1900 für die heutige Gesellschaft - kann das funktionieren? Kapitel IV: Arbeit, Besitz und Vererbung - Wenn Lebensleistung und Gerechtigkeit aufeinanderprallen Kapitel V: Wenn jedes Wort und jede Tat unter die Gürtellinie gehen TEIL 2: UNTER JEDEM DACH EIN ACH Kapitel I: Wer erhält das Elternhaus? Kapitel II: Von der Notaufnahme zur Palliativstation - und nichts wurde geregelt Kapitel III: Wenn das Testament zu gut versteckt wurde Kapitel IV: Der Schlaganfall, der alles verändert Kapitel V: Die zweite Frau meines Vaters ist jünger als ich - Berliner Testament Kapitel VI: Wenn der Schutz der Enkel wichtiger scheint - und das eigene Kind leer ausgeht Kapitel VII: Wenn die Maßstäbe der Älteren unsterblich sein sollen: zehn fiktive Gespräche auf der Gartenbank Kapitel VIII: »Was du ererbt hast von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.« - Goethes Faust Kapitel IX: Ein Moment, der alles verändert: Tödlicher Unfall des Partners führt zum Verlust des Familienheims Kapitel X: So viel Reichtum und Besitz - oder doch nur Schulden? Kapitel XI: Der Familienbetrieb im Erbschaftsstreit Kapitel XII: Zehn Jahre nach der Schenkung: »Es kommt mir ungerecht vor« Kapitel XIII: Verdeckte Verrechnung - Wie ein Studium zum Erbe wurde Kapitel XIV: Die Elternhausfalle: Wenn Erbschaft zur Belastung wird - Ein Erfahrungsbericht aus Darmstadt Kapitel XV: Erbe - Last versus Freiheit TEIL 3: FRIEDEN STATT KRIEG IN DER FAMILIE Kapitel I: Das A und O des konstruktiven Umgangs mit Konflikten Kapitel II: Tipps, um keinen Trümmerhaufen zu hinterlassen Kapitel III: Regeln, die Ihnen dienen - nicht andere bereichern Kapitel IV: Den Letzten Willen kann man nur lebendig kommunizieren Danksagung Glossar zum Thema Erben und Elternhaus Anmerkungen Über den Autor