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Die dreiundzwanzigjährige Kunststudentin Leni Martens kommt nach Varel, um ein Thema für ihre Abschlussarbeit zu finden. Ihr Studium steht auf der Kippe, denn ihre Professorin wirft ihr vor, Menschen zwar genau zu beobachten, ihnen aber nie wirklich nahezukommen.
In Varel begegnet Leni dem zurückgezogen lebenden Maler Hanno Reimers. In einer alten Mühle bewahrt er Bilder, Skizzen und Erinnerungen auf - darunter eine große Leinwand, die seit Jahrzehnten unter einem Tuch verborgen ist. Eine alte Einladungskarte führt Leni zu Elin Voss, einer fast vergessenen Künstlerin, die einst gemeinsam mit Hanno arbeitete.
Nach und nach stößt Leni auf widersprüchliche Erinnerungen, Briefe, Randnotizen und alte Ausstellungskataloge. Während Hanno schweigt, wissen Mara aus dem Café, Frau Dreesen und der ehemalige Galerist Wiegand jeweils einen anderen Teil der Geschichte. Immer deutlicher wird, dass Elins Einfluss auf Hannos bekanntestes Werk größer gewesen sein könnte, als es die Kunstwelt je erfahren hat.
Doch bei ihrer Suche überschreitet Leni selbst Grenzen. Sie muss erkennen, dass das Sichtbarmachen einer Wahrheit nicht automatisch gerecht ist - und dass auch gut gemeinte Kunst Menschen zu Material machen kann.
Das verschwiegene Bild ist ein atmosphärischer Varel-Roman über Kunst, Erinnerung, Schuld und die Frage, wem eine Geschichte gehört.
Über den Autor Gösta Berwing, Jahrgang 1969, lebt in einer ländlichen, ruhigen Gegend in Norddeutschland. Die Weite der Landschaft, das Meer, alte Häuser, stille Orte und die Geschichten der Menschen prägen seine Arbeit als Autor. Viele seiner Ideen entstehen beim Beobachten des Alltäglichen: in beiläufigen Begegnungen, verlassenen Gebäuden, alten Fotografien oder Erinnerungen, die plötzlich wieder lebendig werden. In seinen Romanen beschäftigt er sich mit Erinnerung, Lebensentscheidungen und den Fragen, die einen Menschen oft erst spät im Leben einholen. Berwing erzählt von Figuren, die auf ihr Leben zurückblicken, von verpassten Chancen, leisen Wendepunkten und der Suche nach Frieden mit der eigenen Vergangenheit. Seine Geschichten verbinden norddeutsche Atmosphäre mit menschlicher Nähe, Melancholie und Hoffnung. Neben ruhigen Lebensromanen entwickelt Gösta Berwing auch regionale Stoffe mit besonderer Stimmung, darunter Geschichten über Dangast, das Meer, alte Kurhäuser, Familiengeheimnisse und Orte, an denen Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. In seinen Kinderbuchprojekten widmet er sich großen Gefühlen und schwierigen Themen auf eine behutsame, verständliche und poetische Weise. Dabei ist es ihm wichtig, junge Leser ernst zu nehmen, ohne ihnen den Mut und die Zuversicht zu nehmen. Sein Schreiben ist geprägt von starken Bildern, ruhigen Zwischentönen und der Frage, was bleibt, wenn ein Mensch auf sein Leben zurückschaut. Dabei interessieren ihn nicht die lauten Helden, sondern jene Menschen, die zögern, bleiben, erinnern und irgendwann den Mut finden, sich selbst ehrlich anzusehen. Seine Figuren sind selten vollkommen, aber immer auf der Suche nach einem Weg, mit ihren Entscheidungen und Versäumnissen weiterzuleben. Als Autor schlägt sein Herz für zwei faszinierende Welten: für die tiefe Verbundenheit mit der Heimat und ihren Geschichten auf der einen Seite - und für den Blick in die unendlichen Weiten der Zukunft auf der anderen. Deshalb gehören auch mehrere Science-Fiction-Titel zu seinem vielseitigen literarischen Angebot.