Gunda Trepp

Blinde Flecken des Westens

Medien, Moral und ein missverstandener Konflikt. 20,0 cm / 12,9 cm ( B/H )
Buch (Softcover), 180 Seiten
EAN 9783955657895
Veröffentlicht Oktober 2026
Verlag/Hersteller Hentrich & Hentrich
19,00 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Als am 17. Oktober 2023 eine Bombe auf dem Gelände des Al-Ahli-Hospitals in Gaza explodierte, machten Medien weltweit Israel verantwortlich - zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Auch als erste Stimmen dem jüdischen Staat einen Genozid an den Palästinensern vorwarfen, übernahmen zahlreiche Zeitungen und Sender das Narrativ bereitwillig. Ausgewählte Experten bestätigten diese Sichtweise. Gegenpositionen tauchten kaum auf. Meinungen wurden zu Fakten. Wie entstehen Deutungen von Krieg - besonders im Nahen Osten? Warum setzen sich bestimmte Erzählungen so schnell durch? Und was geschieht, wenn Journalisten Komplexität nicht mehr abbilden, sondern sich anhand vermeintlich moralischer Kriterien entscheiden, was sie berichten und worüber sie schweigen? Rudolf Augsteins Maxime "Sagen, was ist" scheint vielerorts durch "Zeigen, was wir fühlen" ersetzt worden zu sein. Anhand prägnanter Fallbeispiele untersucht Gunda Trepp die Mechanismen moderner Berichterstattung. Sie zeigt, wie politische Erwartungen, digitale Empörungsdynamiken und ein zunehmend aktivistisches Selbstverständnis vieler Medienakteure die Wahrnehmung prägen - und wie dabei die Grenzen zwischen Journalismus, Ideologie und Aktivismus verschwimmen. Unaufgeregt beschreibt sie den dadurch entstehenden Vertrauensverlust. Und warum Demokratien gerade jetzt unabhängigen, glaubwürdigen Journalismus brauchen.

Portrait

ist ausgebildete Juristin und Journalistin. Sie lebt und arbeitet in San Francisco und Berlin. 2001 ist die Ehefrau des Rabbiners und Religionsphilosophen Leo Trepp (1913-2010) zum Judentum konvertiert.

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