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Stadtbücher lassen sich als Artefakte der spätmittelalterlichen Kommunikation über städtische Gesellschaften begreifen. Ihre Entstehung und Entwicklung sind eng mit neuen Formen der Informationsgewinnung verknüpft. Diese Publikation untersucht die Praktiken der Erstellung und Rezeption von Verwaltungsschriftgut und zeigt auf, wie im späten Mittelalter Wissen über die Stadt generiert wurde und welche Imaginationen der städtischen Gemeinschaft den Büchern zugrunde lagen. Anhand der Überlieferung aus den Reichsstädten Friedberg und Gelnhausen werden das Schreiben, das Ordnen und das Nutzen der Bücher sowie die Formen des Wissens, die in den Büchern deutlich werden, vergleichend analysiert. Dabei wird das buchförmige Verwaltungsschriftgut dieser beiden Städte erstmals vollumfänglich verzeichnet und ausgewertet. Der praxeologische Zugriff ermöglicht es, diese Stadtbücher für eine Wissensgeschichte des vormodernen Verwaltens nutzbar zu machen.
Hanna Nüllen, Deutsches Historisches Museum, Berlin.