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Die Nachfeldbesetzung gehört zu den auffälligen Erscheinungen des deutschen Satzbaus. Sie durchbricht die Satzklammer, die seit langem als Grundmuster deutscher Syntax gilt, und wirft damit grundlegende Fragen nach Norm, Gebrauch und Wandel auf. Das vorliegende Buch untersucht dieses Phänomen korpusbasiert in synchronischer, diachronischer und registerbezogener Perspektive. Herangezogen werden geschriebene und gesprochene Korpora des Gegenwartsdeutschen sowie ein eigens aufgebautes diachronisches Korpus.
Im Mittelpunkt stehen die Verteilung der Nachfeldbesetzung, die im Nachfeld auftretenden Strukturtypen und ihre Entwicklung im Verlauf der deutschen Sprachgeschichte. Damit wird ein Forschungsfeld neu vermessen, das bisher häufig nur ausschnitthaft oder auf der Basis begrenzter Textsorten beschrieben worden ist. Die Untersuchung verbindet grammatische Analyse mit quantitativer Korpusauswertung und bezieht Überlegungen zur Dependenzdistanz und zum 'principle of least effort' in die Interpretation ein.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Nachfeldbesetzung im Deutschen weder als bloße Ausnahmeerscheinung noch als ausschließlich mündlichkeitstypisches Merkmal zu bestimmen ist. Vielmehr zeigt sie je nach Strukturtyp, Register und historischem Zeitraum ein differenziertes Profil. Auf diese Weise erscheint die Nachfeldbesetzung als aufschlussreicher Zugang zur Organisation des deutschen Satzes. Das Buch eröffnet damit eine neue Perspektive auf das Zusammenspiel von Syntax, Sprachgebrauch und Sprachwandel.
HUANG Hanxiao promovierte an der Zhejiang Universität in China im Bereich der germanistischen Linguistik. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u. a. Korpuslinguistik, gebrauchsbasierte kognitive Linguistik in sprachvergleichender und spracherwerbsbezogener Perspektive sowie den Einsatz von Korpora für Deutsch als Fremdsprache.
Vorwort · 1. Einleitung · 2. Theoretische Grundlage · 3. Methode und Design · 4. Synchronische Analyse des Nachfeldes · 5. Diachronische Analyse des Nachfeldes · 6. Fazit · Schlussbemerkung