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Frankfurt im nasskalten November 1986: Ein junger Devisenhändler stürzt aus der achtundzwanzigsten Etage eines Rohbaus im Bankenviertel. Was für die Behörden wie ein glatter Selbstmord inklusive maschinengeschriebenem Geständnis aussieht, lässt Kommissar Walter Brand keine Ruhe. Wer tippt mitten in der Nacht einen Abschiedsbrief wie ein steriles Geschäftsschreiben? Die Spuren führen den desillusionierten Ermittler und seinen treuen Kollegen Helmut direkt in das herrschaftliche Westend zum traditionsreichen Bankhaus von Schwind - aber auch mitten in das Pulverfass der besetzten Häuser in der Bockenheimer Landstraße, wo die rebellische Tochter des Barons ein ganz anderes Bild des Toten zeichnet. Marc Berger war kein simpel gestrickter Betrüger, er sammelte brisante Belege, um sich abzusichern. Als Brand im tiefsten Keller des Präsidiums nach einer gesperrten Akte aus dem Jahr 1959 sucht, die einen mysteriösen Brand im Osthafen dokumentiert, gerät er selbst ins Visier skrupelloser Mächte. Ein tödlicher Anschlag im Archiv, die eigene Suspendierung und die brutale Entführung Sabines zwingen die Ermittler, die Marke abzugeben und auf eigene Faust im Dreck des Bahnhofsviertels weiterzugraben. Hinter der glänzenden Fassade des Wirtschaftswunders stechen sie in ein Wespennest aus altem NS-Raubgold, Vertuschung auf höchster politischer Ebene und dem langen Schatten der «Sklavenhalter von Paris». Harald Greblers «Die Schatten von Frankfurt» ist ein packender, atmosphärisch dichter Noir-Krimi über eine geteilte Stadt, in der die Wahrheit einen lebensgefährlichen Preis hat.
Roman Grebler gehört zu jener seltenen Generation von Autoren, die wirtschaftliche Macht, politische Einflussnahme und menschliche Schicksale zu packenden Thrillern verweben. Seine Romane zeichnen sich durch sorgfältige Recherche, vielschichtige Figuren und eine beklemmende Atmosphäre aus, in der die Grenzen zwischen Recht, Moral und Macht zunehmend verschwimmen.
Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, beschäftigte sich Grebler über viele Jahre intensiv mit wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Diese Erfahrungen prägen seine Werke bis heute. Statt auf spektakuläre Action setzt er auf psychologische Spannung, glaubwürdige Charaktere und raffinierte Intrigen, die den Leser bis zur letzten Seite im Ungewissen lassen.