Harald Margreff

Die letzte Entkopplung

Vom Bürger in Uniform zum Algorithmus im Krieg. Ein Gedanken-Sachbuch über Demokratie, Verwundbarkeit und die Zukunft der Kriegsentscheidung. 1. Auflage. 22,6 cm / 17,5 cm / 1,3 cm ( B/H/T )
Buch (Hardcover), 138 Seiten
EAN 9783696371364
Veröffentlicht Juli 2026
Verlag/Hersteller BoD - Books on Demand
24,99 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Krieg beginnt heute nicht mehr zwingend mit dem Marschbefehl, dem Start eines Kampfflugzeugs oder der Entscheidung eines einzelnen Offiziers. Immer häufiger beginnt er in Datenströmen, Lagebildern und algorithmischen Empfehlungen. Sensoren erfassen, Software priorisiert, künstliche Intelligenz berechnet Wahrscheinlichkeiten - und der Mensch bestätigt, was das System längst vorbereitet hat.
Doch was geschieht mit einer Demokratie, wenn militärische Gewalt technisch präziser, schneller und zugleich politisch unsichtbarer wird?
Die letzte Entkopplung untersucht den Übergang vom Bürger in Uniform zur KI-gestützten Streitkraft. Harald Margreff zeigt, wie sich der Krieg in drei Stufen von der Gesellschaft entfernt hat: Zunächst verschwand der Gegner aus der unmittelbaren Wahrnehmung. Mit der Berufsarmee verlor der Krieg seine breite biografische Verankerung. Nun beginnt auch der menschliche Entscheider hinter Sensoren, Modellen, Softwarearchitekturen und automatisierten Handlungsketten zu verschwinden.
Anhand des Luftangriffs von Kunduz, des Drohnenkriegs, des Kabul-Schlags von 2021, moderner Defence-Tech-Unternehmen und aktueller Bundeswehrprojekte beschreibt das Buch eine Entwicklung, die selten als politische Zäsur diskutiert wird. Nicht weil sie geheim wäre, sondern weil sie sich in Beschaffungen, Pilotprojekten, Bündnisstandards und technischen Verfahren vollzieht.
Dabei richtet sich das Buch nicht grundsätzlich gegen militärische Technologie. KI-gestützte Systeme können Soldaten schützen, Angriffe schneller abwehren und zivile Opfer verringern. Doch technische Wirksamkeit beantwortet noch nicht die demokratische Frage: Wer trägt Verantwortung, wenn ein System Ziele vorsortiert? Wie bleibt staatliche Gewalt parlamentarisch kontrollierbar? Und was verliert eine Republik, wenn die Folgen ihrer Entscheidungen vollständig aus dem Erfahrungsraum ihrer Bürger verschwinden?
Zwischen politischer Theorie, Verfassungsrecht, Völkerrecht und Technikkritik entwickelt Harald Margreff den Begriff der geteilten Verwundbarkeit: Eine Demokratie muss ihre Bürger nicht dem Krieg aussetzen. Sie darf aber auch nicht zulassen, dass Gewalt zu einem nahezu reibungslosen technischen Service wird.
Ein ebenso nüchternes wie beunruhigendes Gedanken-Sachbuch über die Zukunft des Krieges - und über die Frage, ob Demokratien ihre Gewalt noch beherrschen, wenn Algorithmen beginnen, sie vorzuentscheiden.

Portrait

Harald Margreff war zwanzig Jahre als Unternehmer und Investor im In- und Ausland tätig. Heute arbeitet er als freier Autor. Im Mittelpunkt seiner Bücher stehen Themen, die selten im Fokus des Mainstreams liegen, obwohl sie tief in politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen hineinreichen. Er hinterfragt etablierte Deutungen, verbindet unterschiedliche Perspektiven und sucht nach den Fragen, die in öffentlichen Debatten oft zu früh als beantwortet gelten.