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Hugo Preuß' "Franz Lieber - Ein Bürger zweier Welten" ist eine gelehrte biographische Studie über den deutsch-amerikanischen Staatsdenker Franz Lieber, dessen Lebensweg von den politischen Erschütterungen Europas in die institutionelle Wirklichkeit der Vereinigten Staaten führte. Präzise zeichnet Preuß die Verbindung von persönlicher Erfahrung, liberalem Verfassungsdenken und völkerrechtlicher Reflexion nach. Der Stil ist sachlich, historisch argumentierend und zugleich von der Sympathie eines Juristen getragen, der in Lieber einen Vermittler zwischen deutscher Bildungstradition und amerikanischer politischer Praxis erkennt. Preuß selbst, einer der bedeutenden deutschen Staatsrechtslehrer und später maßgeblich an der Weimarer Reichsverfassung beteiligt, nähert sich Lieber nicht als bloßem Gegenstand historischer Erinnerung. Ihn interessieren jene Fragen, die auch sein eigenes Denken bestimmten: Rechtsstaatlichkeit, Bürgerfreiheit, konstitutionelle Ordnung und die moralische Bindung staatlicher Gewalt. Liebers Emigration, seine Erfahrungen mit Revolution, Krieg und republikanischer Selbstverwaltung boten Preuß ein ideales Beispiel politischer Modernität. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die die transatlantische Geschichte liberalen Denkens verstehen wollen. Es ist zugleich Porträt, Ideengeschichte und staatsrechtliche Selbstverständigung: knapp, ernsthaft und von bleibender Aktualität.