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"Einem Ding einen Namen geben heißt oft nicht, es zu verstehen, sondern einen Grabstein darauf zu setzen." Dreißig Jahre lang hielten Sie Ihre Laterne in die Dunkelheit anderer - doch haben Sie das Licht je auf sich selbst gerichtet? Jener Ort, an dem Sie sich ganz fühlten: war das Ganzheit, oder nur die Kunst, die Stimmen in sich nicht zu hören?
Dieses Buch stellt keine Diagnose. Es konfrontiert den Mann, der die Diagnosen stellte, mit dem, was er unter seinen eigenen Namen begrub. Der Denker verstummt nicht, der Begehrende wird nie satt, und da ist eine dritte Stimme, die er ein Leben lang überhört hat - und zwischen ihnen Selen, die Erinnerung, Gewissen oder Verführung sein kann.
Was hört ein Mensch, wenn er aufhört, sich zu beschwichtigen? Wann haben wir gelernt, Taubheit Frieden zu nennen und Schweigen Ruhe? Der Spiegel der Leere richtet seine Laterne auf den schmalen Riss zwischen Verlangen und Instinkt - und warnt: Wer dorthin zu blicken wagt, bleibt nie wieder ganz wie zuvor.
Huseyin Dogan ist Autor und unabhängiger Forscher in vergleichender Theologie, Religionsgeschichte und philosophischer Kritik des institutionalisierten Heiligen. Er publiziert auf Türkisch, Niederländisch, Deutsch und Englisch an den Schnittstellen von Judentum, Christentum und Islam, in einer Linie von Heraklit bis Nietzsche. In jedem Text kehrt dieselbe Frage wieder: Lebt das Erstarrte wirklich?