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In "Mein Weg als Deutscher und Jude" entfaltet Jakob Wassermann eine eindringliche autobiografische Selbstbefragung über Herkunft, Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Das Buch verbindet persönliche Erinnerung mit kulturkritischer Diagnose: nüchtern, präzise und zugleich von moralischer Dringlichkeit. Im Kontext der deutsch-jüdischen Literatur der frühen Weimarer Zeit steht es als Schlüsseltext, der Assimilation, nationales Selbstverständnis und den fortwirkenden Antisemitismus kritisch beleuchtet. Wassermann, 1873 in Fürth geboren und als Erzähler bereits weithin anerkannt, schrieb aus der Erfahrung eines Autors, der sich der deutschen Sprache und Kultur zutiefst verbunden fühlte, jedoch immer wieder auf seine jüdische Herkunft zurückgeworfen wurde. Seine literarische Laufbahn, seine Begegnungen mit bürgerlichen Vorurteilen und sein Ringen um geistige Heimat prägen diese Autobiografie. Sie ist weniger private Rechtfertigung als Zeugnis einer historischen und seelischen Spannung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die deutsche Literatur nicht nur ästhetisch, sondern auch als Dokument gesellschaftlicher Konflikte verstehen wollen. Wassermanns Reflexionen besitzen bis heute Aktualität, weil sie Fragen nach Identität, Anerkennung und kultureller Teilhabe mit seltener Klarheit stellen. Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die das deutsch-jüdische Denken des 20. Jahrhunderts begreifen möchten.