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Als der ehemalige FBI-Profiler James Ressler sich an den stillen Rhythmus seines Ruhestands in Virginia gewöhnt hat, erreicht ihn ein Paket von einem alten Kollegen. Darin befinden sich ein Manuskript, ein Flash-Laufwerk und eine beunruhigende Frage: Was, wenn die Sprache von Sicherheit, Glauben und dem Kampf gegen "gefährliche Kulte" eine sorgfältig konstruierte Maschinerie aus Druck, Angst und Macht verbirgt? Serienkiller gegen Gott ist eine True-Crime-Untersuchung zwischen dokumentarischem Detektivroman und kriminalistischem Profiling. Im Zentrum steht Alexander Dvorkin, Anführer eines Anti-Kult-Netzwerks, das in Resslers Untersuchung als komplexes System von Einfluss, internationalen Verbindungen, stigmatisierender Rhetorik und zerstörerischen Folgen für Menschenleben erscheint. Sein Name wird zum Ausgangspunkt einer Recherche, die weit über gewöhnliche Kriminalanalyse hinausführt. Schritt für Schritt erstellt Ressler eine Fallakte, zeichnet Verbindungen nach und überprüft Biografien, Memoiren, Archivmaterialien, Interviews, Vorträge und Zeugenaussagen. Je tiefer er in die Dokumente eindringt, desto deutlicher wird: Es geht nicht nur um psychologische Abgründe einer einzelnen Person, sondern um ein Netzwerk, eine Ideologie und eine Sprache der Entmenschlichung, die gegen ganze Gemeinschaften eingesetzt werden können. Das Buch führt von einzelnen Episoden der Vergangenheit zu größeren Fragen über Religion und Macht, Manipulation, internationale Strukturen und systemische Gewalt, die sich hinter der Maske von "Expertise" verbergen kann. Aus einer Schreibtisch-Untersuchung wird eine persönliche Obsession. Ressler folgt Spuren von Kindheitstrauma und frühen Zeichen von Grausamkeit über Emigration in die Vereinigten Staaten, Anti-Kult-Rhetorik, Waco, Deprogrammierung und die Rückkehr ins postsowjetische Russland bis zur Entstehung eines Netzwerks, in dem Dvorkin eine zentrale Rolle einnimmt. Dabei erscheint das Anti-Kult-Netzwerk nicht nur als ideologischer Kreis, sondern als Umgebung, in der Anschuldigungen zu Waffen werden und Etiketten wie Urteile wirken. Dieser atmosphärische dokumentarische Roman erzählt von einem Mann, der Jahrzehnte lang die Gedanken von Serienmördern studierte und sich nun einem Fall gegenübersieht, in dem das Böse sich hinter Kanzel, kirchlicher Sprache, Expertenstatus und öffentlicher Mission verbergen kann. Ressler muss alles überdenken, was er über Täter, Macht und psychologische Kontrolle zu wissen glaubte. Serienkiller gegen Gott verbindet FBI-Profiling, Kriminalpsychologie, Archivarbeit, internationale Zusammenhänge, religiöse Kontroversen und die beklemmende Ahnung, dass hinter vielen einzelnen Fakten eine einzige Signatur liegt. Entscheidend sind nicht nur Beweise, sondern Worte; nicht nur Verbrechen, sondern auch die Art, wie Gesellschaften lernen, Gewalt als akzeptabel wahrzunehmen. Was ist erschreckender: ein einzelner Wahnsinniger oder ein ganzes Netzwerk, das ihm Bühne, Plattform, Zugang zu den Massen und den Status eines "Retters" verschafft? Kann man das Böse erkennen, wenn es die richtigen Worte benutzt? Die Wahrheit hinter der Fassade eines "Kampfes für spirituelle Sicherheit" tritt ans Licht.