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In 18 Erzählungen verschiedenster Zeiten und Lebenssituationen taucht Jan Wilm in Gefühlszustände ein, stürzt in politische Abgründe und legt Untiefen der Seele offen. Es sind Geschichten über Leben und Verlust, über Vorstellung, Liebe und Kunst. Ein Ehepaar, das ein Kind verliert, ein Schriftsteller, der seine Erinnerung verlieren will, um seine Werke als Fremder zu erleben, ein Pianist, der durch den Verlust seiner Hand die Technologie revolutioniert. Dazu: Kurt Tucholsky als Geist, Franz Schubert als Lausbub, ein sprechendes Schwein und stets die belebende Kraft der Fiktion. Zwischen Flash Fiction und Short Story inszeniert der Band seiltänzerisch ein witzig-ernsthaftes Spiel mit Wahrnehmung und Täuschung, Tragik und Komik, Sprache und Fiktion.
Ob skurrile, fantastische und wunderliche oder aber nachdenkliche, melancholische und wehmütige Geschichten - immer führt Jan Wilm virtuos in Erfahrungs- und Gemütszustände seiner Figuren und zeichnet, der Kurzgeschichte im besten Sinne entsprechend, mit wenigen Strichen ein jeweils einzigartiges Lebensuniversum, dessen Wirklichkeit von Traum und Illusion durchdrungen ist - eine Fiktion eben.
Jan Wilm, geboren 1983, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Frankfurt am Main. Er promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über die philosophischen Aspekte im Werk von J. M. Coetzee. Er übersetzte u. a. Werke von Maggie Nelson, Lydia Davis, Arundhati Roy und Joshua Cohen, wofür er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. 2016 erschien sein Sachbuch "The Slow Philosophy of J. M. Coetzee", 2019 der Roman "Winterjahrbuch", 2022 der Essay "Ror. Wolf. Lesen." (beide bei Schöffling) sowie 2025 der Essay "Bärtierchen" in der Reihe Naturkunden. Darüber hinaus veröffentlicht er Essays und Literaturkritiken im deutschsprachigen und englischsprachigen Raum, verfasst Theaterstücke und Hörspiele und ist Lehrbeauftragter für Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.