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Dieses Buch erschließt ein bislang kaum ediertes Feld der deutschen Rechts- und Wirtschaftsgeschichte: Verfahren vor ländlichen Amtsgerichten zur Boden- und Landspekulation zwischen 1880 und 1920. Im Zentrum steht nicht die große Politik der Bodenreform, sondern der dichte Blick auf konkrete Fälle in Dörfern, Kleinstädten und kleineren Gerichtsbezirken.
Johannes Albrecht versammelt sorgfältig transkribierte und annotierte Anklageschriften, Urteilsauszüge und lokale Presseberichte und macht sie für Forschung und Lehre direkt nutzbar. Die Quellen werden kontextualisiert durch einführende Kapitel zu den historischen Rahmenbedingungen, zu gängigen Spekulations- und Betrugsmodellen auf dem Land sowie zur Struktur und Aktenbildung der Amtsgerichte.
Besonderen Mehrwert bietet der praxisorientierte Teil des Bandes: Detaillierte, nach Bundesländern und Archivtypen gegliederte Quellenfinder-Guides zeigen, wo und wie heutige Forscherinnen und Forscher eigene Recherchen zu Landspekulation und verwandten Themen vertiefen können. Konkrete Hinweise zur Aktenstruktur in Justiz- und Kommunalarchiven, zur Nutzung von regionalen und lokalen Zeitungsbeständen sowie zu typischen Signaturen erleichtern den Einstieg in die archivalische Arbeit.
Transkriptions- und paläographische Hinweise unterstützen alle, die mit handschriftlichen Akten, Formularen und zeitgenössischen Druckschriften arbeiten. Formulierungsvorlagen für Anfragen an Archive und Bibliotheken, Beispiele für Zitierweisen und methodische Hinweise zur Editionsarbeit von Amtsgerichtsakten machen das Buch zu einem Arbeitsinstrument für Seminare, Abschlussarbeiten und langfristige Forschungsprojekte.
Adressiert sind Historikerinnen und Historiker, Rechts- und Wirtschaftshistoriker, Archivare und Archivarinnen, Lokalhistorikerinnen und Lokalhistoriker, Genealoginnen und Genealogen sowie Studierende der
Johannes Albrecht arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Rechts-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte mit einem Schwerpunkt auf ländlichen Regionen im deutschsprachigen Raum. In Projekten mit Archiven, lokalen Geschichtsinitiativen und Hochschulen hat er zahlreiche Quellenbestände aus Justiz- und Kommunalarchiven erschlossen, für Lehrzwecke aufbereitet und in Seminaren zur Gerichts- und Verwaltungsgeschichte eingesetzt. Seine Arbeit konzentriert sich auf mikrohistorische Zugänge: Wie spiegeln sich wirtschaftliche Umbrüche, soziale Konflikte und rechtliche Aushandlungsprozesse in den Akten kleiner Amtsgerichte, Gemeindeverwaltungen und lokaler Presse? Ein besonderes Interesse gilt dabei der praktischen Vermittlung von Editions- und Recherchekompetenzen an