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Mit schonungslosem Witz, bitterer Poesie und einem untrüglichen Gespür für das Absurde erzählt Mick Jean Paul Zimmt die Geschichte einer Familie, die das 20. Jahrhundert einmal längs durchschneidet: vom Schlachtfeld der Ostfront über die Todeszone der Berliner Mauer, die Labyrinthe des Kalten Krieges bis in die tropische Hitze Indonesiens, wo der Vater des Protagonisten den Bau eines Staudamms leitet. Er, sowie ein versponnener Wehrmachtssoldat, eine DDR-Flüchtige und ihr hochsensibler Sohn geraten in eine Welt aus Geheimdiensten, Sabotageakten, Kolonialruinen und korrupten, großohrigen Ordnungshütern, die lieber Roulette spielen. Die scheinbare Erlösung daraus erfolgt im pfälzischen Frankenthal. In episodenhaften, schwarzhumorigen Szenen mit politischer Schärfe, oft gar nicht so zärtlichem Blick auf das indonesische Personal, Außenseiter, Hunde und anderes Getier, entsteht ein wild funkelndes Panorama von Krieg und Nachkrieg, Kolonialismus, Migration und Diktatur. Wichtig bleibt darüber hinaus, wie man als Kind und junger Mann einen eigenen moralischen Kompass entwickelt, wenn die Erwachsenen längst gelernt haben, im Wolfspelz zu überleben.
Jürgen K. Hultenreich wurde in Erfurt geboren. Schriftmaler, Musiker der Band Modern Blues, studierter Bibliothekar. Haft nach gescheiterter Republikflucht. 1985 aus der DDR nach Berlin-West ausgewiesen. Freier Autor und Tuschör mit Ausstellungen im In- und Ausland. Schreibt Lyrik, Romane, Erzählungen, Biografien, zuletzt Hölderlin - Das halbe Leben; Friedrich Rückert in Neuses; Dein Ritter Hultenreich und Das Franken des Jean Paul. Bei PalmArtPress erschien 2024 sein Gedichtband Mit einer Sense rudert jemand leise und 2025 Weltanschauung ist unheilbar - Aphorismen. 1990 Marburger Literaturpreis, 2012 Dritter Preisträger des Hattinger Aphorismen-Wettbewerbs, 2013 Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung in Marbach, 2021 Curt-Wills-Preis.