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In dieser Studie vertritt Julia Zeilmann die These, dass sich im Matthäusevangelium mit Jesu Wirken erfüllt, was Gott Israel verheißen hat: Im Zuge der endzeitlichen Zuwendung Gottes zu Israel, die das Matthäusevangelium mit Jesu Auftreten als gekommen ansieht, erreicht das Heil alle Völker. Im Hintergrund stehen dabei universal ausgerichtete Verheißungen wie Gen 12,3; Jes 56; 66. Jesus ruft Israel in seine Rolle als Licht der Welt (vgl. Mt 5,14). Obwohl die Mehrheit in Israel diese Rolle nicht annimmt, vertritt das Matthäusevangelium nicht die Meinung, dass Israel verworfen wird und das Heil anstelle Israels den nichtisraelitischen Völkern zukommt, sondern differenziert innerhalb Israels nach dem Kriterium der Annahme oder Ablehnung Jesu. Dieses Kriterium ermöglicht den Gedanken, dass Israeliten und Menschen aus anderen Völkern gleichermaßen zum Heil kommen können, indem sie Jesus annehmen und die Tora in Jesu Auslegung halten, da nicht die ethnische Herkunft entscheidet, wer zum Gottesvolk gehört, sondern das Verhalten.
Julia Zeilmann ist Pfarrerin im Probedienst in der Kirchengemeinde St. Michael in Fürth.
E-Mail: productsafety@degruyterbrill.com