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Rudolf Koller (1828-1905) und Robert Zünd (1827-1909), zwei der bedeutendsten Schweizer Landschaftsmaler des späten 19. Jahrhunderts, begannen Mitte der 1860er-Jahre nach neuen Maltechniken zu suchen. Ihre Gründe waren unterschiedlich: Koller hatte erkannt, dass seine Werke beim Publikum nicht mehr gut ankamen, und suchte nach Verfahren, die es ihm ermöglichen würden, weniger detailliert und heller zu malen. Zünd kämpfte mit einem ganz anderen Problem: In seinen Gemälden tauchten immer wieder Flecken auf, deren Ursache er nicht verstand. Dieses Buch beleuchtet einen Zeitraum von rund acht Jahren im Schaffen der beiden Künstler. Es beschreibt ihre Mittel und Wege, um an maltechnische Informationen zu gelangen, beleuchtet ihre Begeisterung für das Vorbild der Alten Meister, erörtert die Herkunft der Verfahren, zu denen sie griffen, um Werke hervorzubringen, die durch ihre Brillanz, Ästhetik und Dauerhaftigkeit überzeugten, und untersucht die Verfahren selbst. Der Band präsentiert auch Ergebnisse praktischer Erkundungen der von Zünd und Koller angewandten 'Grau-in-grau-Untermalung mit farbigen Lasuren', 'Weissmalerei mit Lasieren' und 'Methode mit den Régnierfarben' durch heutige Kunstschaffende. Sie verdeutlichen, wie gut diese Verfahren aus aktueller Sicht funktionieren und welche Eigenschaften sie vor rund 160 Jahren für Maler:innen attraktiv machten.
Karoline Beltinger ist Gemälderestauratorin und Kunsttechnologin. Sie leitet seit 1998 die Abteilung Kunsttechnologie am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) und ist Mitglied der Institutsleitung.