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Sie ist elfhundert Meilen gefahren, um ihrem alten Leben zu entkommen. Dann sieht ein Fremder den blauen Fleck an ihrem Handgelenk. Seit drei Jahren kennt Maren Holloway nur eine Richtung: weg. Mit ihrem sechsjährigen Sohn Otis, ein paar Taschen und gerade genug Geld für die nächste Tankfüllung zieht sie von Stadt zu Stadt. Sie benutzt andere Namen, schläft mit den Schuhen neben dem Bett und bleibt nirgendwo lange genug, um sich sicher zu fühlen. Denn der Mann, vor dem sie flieht, ist nicht irgendein Ex. Er trägt eine Dienstmarke. Als Maren in Coldwater, Montana, landet, will sie nur wenige Tage bleiben. Arbeiten. Geld verdienen. Weiterfahren. Dann begegnet sie Wade "Oath" Mercer. Oath ist vierundvierzig, Mitglied eines Motorradclubs und genau die Art Mann, vor der Maren gelernt hat, sich fernzuhalten: groß, tätowiert, gefährlich und viel zu aufmerksam. Doch Oath tut etwas, womit sie nicht gerechnet hat. Er verlangt nichts. Er repariert ihr kaputtes Türschloss bei Tageslicht und lässt sie jeden Handgriff beobachten. Er gibt ihr einen Schlüssel, von dem niemand eine Kopie besitzt. Er behandelt Otis nicht wie eine Belastung, sondern wie einen kleinen Jungen, der endlich wieder einer sein darf. Und als Marens Vergangenheit sie schließlich bis nach Montana findet, bietet Oath ihr keinen Käfig unter einem anderen Namen. Er bietet ihr eine Wahl. Ein Zimmer über der Bar.
Einen Job.
Eine verschlossene Tür, die nur sie öffnen kann.
Und einen ganzen Club, der beschlossen hat, dass niemand Maren oder ihren Sohn noch einmal allein durch die Dunkelheit gehen lässt. Doch ihr Ex ist geduldig. Er besitzt Beziehungen, einen gefälschten Gerichtsbeschluss und die Fähigkeit, seine eigene Geschichte glaubwürdiger aussehen zu lassen als Marens Wahrheit. Dieses Mal reicht Weglaufen nicht mehr. Während die Gefahr näher rückt, wird Maren mit etwas konfrontiert, das fast ebenso beängstigend ist wie gefunden zu werden: einem Mann zu vertrauen, der sie beschützen will, ohne sie besitzen zu müssen. Und Oath muss sich der Schuld stellen, die ihn seit zwanzig Jahren verfolgt. Denn er hat schon einmal jemanden verloren, weil er zu spät erkannt hat, was geschah. Bei Maren und Otis will er nicht noch einmal zu spät kommen.