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Pan erzählt die rückblickend berichtete Geschichte des Leutnants Thomas Glahn, der in der nordnorwegischen Landschaft zwischen Jagd, Einsamkeit und einer zerstörerischen Liebe zu Edvarda lebt. Der Roman verbindet impressionistische Naturwahrnehmung mit psychologischer Analyse: Wälder, Meer und Mitternachtssonne werden zu Spiegeln einer zerrissenen Innerlichkeit. Im Kontext der europäischen Moderne löst Hamsun den realistischen Gesellschaftsroman zugunsten fragmentierter Wahrnehmung, erotischer Spannung und existenzieller Unruhe auf. Knut Hamsun, 1859 in Norwegen geboren, prägte mit seiner radikalen Darstellung subjektiven Erlebens die Literatur um 1900. Erfahrungen von Armut, Wanderleben, Amerikaaufenthalten und sozialer Entwurzelung schärften seinen Blick für Außenseiterfiguren und instabile Bewusstseinszustände. Pan entstand aus Hamsuns Interesse an archaischer Natur, männlicher Selbstinszenierung und der Unvereinbarkeit von Instinkt, Stolz und gesellschaftlicher Bindung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die nicht bloß eine Liebesgeschichte erwarten, sondern eine dichte Studie über Begehren, Einsamkeit und Selbsttäuschung. Pan ist ein schmaler, doch ungewöhnlich wirkungsmächtiger Roman, dessen sprachliche Musikalität und psychologische Kühnheit bis heute verstören und faszinieren.
Knut Hamsun (Knud Pedersen) (1859 - 1952) war einer der war einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts und Hauptvertreter der modernen Literatur vom Übergang der Spätromantik und dem Naturalismus zur Klassischen Moderne. 1890 erschien sein Roman Hunger, der ihn als Vertreter der Moderne in Norwegen bekannt machen sollte. 1892 wurde mit Mysterien der zweite große Roman des Autors veröffentlicht. Es folgten populäre Romane wie Pan und Victoria. 1920 erhielt er den Literaturnobelpreis für sein Werk Segen der Erde, das 1917 als Markens Grøde in Norwegen erschienen war.