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Über Epochen hinweg wird das Talent intellektuell tätiger Frauen mit einem vermeintlich unattraktiven Äußeren verknüpft. Der Band untersucht erstmals dieses wirkmächtige Narrativ anhand literarischer und künstlerischer Frauenporträts der Frühen Neuzeit - etwa der Dichterin Laura Battiferri, der Philosophin Marie de Gournay und der Malerin Rosalba Carriera - und stellt heraus, wie eng intellektuelle Legitimität mit Vorstellungen weiblicher Physis verflochten war. Zugleich wird aufgezeigt, dass ein den Schönheitsnormen "trotzendes" Erscheinungsbild nicht nur als Defizit, sondern als bewusst eingesetztes emanzipatorisches Mittel inszeniert wurde. Der Band lädt ein, vertraute Deutungsmuster zu überdenken und die Geschichte weiblicher Autorität als Geschichte strategischer Selbstinszenierung sowie intellektueller Selbstbehauptung neu zu lesen.
Sofina Dembruk, Literaturwissenschaftlerin und Romanistin, Universität Stuttgart. Sie studierte französische und englische Literatur an den Universitäten Göttingen und Rouen. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit christlicher Ästhetik und der literarischen Darstellung körperlicher Hässlichkeit in der französischen Literatur der Renaissance. Derzeit ist sie Postdoktorandin am Institut für Romanische Literaturen der Universität Stuttgart, wo sie an einem Projekt über das Theater um 1900 arbeitet. Fabienne Huguenin, Kunsthistorikerin, wurde mit einer Untersuchung über abseitige Ästhetiken der Vormoderne an der Universität Tübingen promoviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Archiv des Deutschen Museums München war sie unter anderem für das Projekt "Das Digitale Porträtarchiv 'DigiPortA'" zuständig und verfasste den Bestandskatalog "Porträtgemälde zwischen Wissenschaft und Technik". Am Museum der Universität Tübingen MUT war sie Projektleiterin und Dozentin im BereichSammlungs- und Provenienzforschung. Seit Januar 2024 koordiniert sie das Digitalisierungsprojekt "Transformation der Wiedergutmachung" bei den Staatlichen Archiven Bayerns. Daniele Maira, Professor für französische Literaturwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen. Studium der französischen Literaturwissenschaft an den Universitäten Basel, Paris Sorbonne und Hamburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die französische Literatur der Renaissance, die Buch- und Lektüregeschichte, und die literaturwissenschaftliche Gender- und Männlichkeitsforschung. Kürzlich erscheint seine Monografie zu effeminierten Männlichkeiten in der humanistischen Literatur: Mollesses masculines: éthiques de l'efféminement, d'Érasme à Montaigne (Droz, 2026).