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»Liebe« gehört wohl kaum zu den einheimischen Begriffen der Bildungs- und Erziehungstheorie. Es scheinen eher Spannungsfelder und Gegensätze das Verhältnis zwischen Pädagogik und Liebe seit ihrer neuzeitlichen Ausformung zu bestimmen: Rationalität statt Emotionalität, vernunftbasierte Sittlichkeit statt romantisch-ästhetischer Sentimentalität, formale Arbeitsbündnisse statt sorgender Zuwendung, Erkenntnistätigkeit statt Liebe. Gleichwohl scheint es ebenso dringlich wie bedeutsam, den vielfältigen Referenzen auf Liebe in der pädagogischen Theorie nachzugehen, ihre Verflechtungen mit modernen Geschlechterverhältnissen zu beleuchten und die mit Liebe und Eros verbundenen Problemstellungen für pädagogische Theorie und Praxis zu diskutieren. Dieser Band versammelt bildungsphilosophische und geschlechtertheoretische Beiträge, die dazu anregen, den spannungsreichen und ambivalenten Bezügen auf Liebe in pädagogischen Kontexten nachzugehen, und diese zum Ausgangspunkt einer gemeinsamen Diskussion werden lässt.
Pia Rojahn, Dr., ist akademische Rätin in der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Erziehungs- und Bildungstheorie, im Zusammenhang von Digitalisierung und Bildung, der Lehrkräftebildung sowie in der englischsprachigen Philosophy of Education. Sanders, Olaf, Dr. phil., Professor für Erziehungswissenschaft, insbesondere Bildungs- und Erziehungstheorien sowie philosophische Grundlagen, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg. Thomas Viola Rieske, Dr., ist Projektleiter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bildungsreferent am Institut für Bildung und Forschung Berlin.