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Unter einem fremden Stern - Lotte Paepckes literarische Memoiren über das Überleben als jüdische Protagonistin in einer privilegierten Mischehe der NS-Zeit gehören zu den eindringlichsten Zeitzeugenberichten der Holocaust-Literatur.
Von Köln über Leipzig im Zweiten Weltkrieg bis zur Zuflucht in einem Schwarzwaldkloster erzählt Paepcke von existenzieller Angst, schleichender Verfolgung und dem täglichen Kampf um Würde. Sie beschreibt die lähmende Isolation einer Frau, die um Wohlwollen betteln muss, die ihre Identität vor dem eigenen Kind verbirgt und die Deportation ihrer Liebsten ohnmächtig erduldet.
Dabei klagt sie nicht an. Mit analytischer Wahrhaftigkeit und poetischer Dichte legt sie das psychologische Grauen eines Lebens offen, das zwischen erzwungener Heuchelei und stiller Verzweiflung zerrieben wird. Erst in der Arbeit mit der Erde, im Rhythmus des Wachsens, findet sie zurück ins Dasein - ohne je zu vergessen.
Diese Überlebensgeschichte ist unverzichtbare Aufarbeitung und literarisches Mahnmal zugleich - für historisch Interessierte und alle, die verstehen wollen, dass manche Wunden nicht wieder gut werden.
Lotte Paepcke (geboren 1910 in Freiburg, gestorben 2000 in Karlsruhe) war eine deutsche Schriftstellerin, Essayistin und Radioautorin, die als Jüdin das Naziregime in Deutschland überlebte. Für ihr literarisches Werk und ihre später veröff entlichten Gedichte erhielt Paepcke am Ende ihres Lebens den Johann-Peter-Hebel-Preis. Zu ihren Ehren wird alljährlich in Freiburg der Lotte-Paepcke-Preis verliehen.