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Nicht nur wegen des hohen Aufkommens an Zinkerz erlangte das Dorf Altenberg - mit offizieller Bezeichnung "Neutral-Moresnet" - nahe der Grenze zu Aachen internationalen Bekanntheitsgrad, sondern auch wegen der Unterbringung unerwünschter Neugeborener aus dem In- und Ausland in ansässigen Familien. Das juristische Vakuum, das entstand, weil auf dem Wiener Kongress 1816 keine Einigung über die Schürfrechte erzielt wurde und deshalb für den nur 3,5 Quadratkilometer kleinen Ort im Osten Belgiens Neutralität vereinbart wurde, ermöglichte fragwürdige Praktiken. Die Aktivitäten im ortsansässigen Institut der Hebamme waren für viele verzweifelte junge Frauen, deren Kindsväter sich ihrer Verantwortung entzogen, oft die letzte Hoffnung. Familien im Ort, denen der Kinderwunsch verwehrt blieb - oder die durch finanzielle Interessen motiviert waren - bot sich eine unkomplizierte Alternative zur Adoption. Die psychologischen Folgen für die heranwachsenden "Kaufkinder" stellten die Eltern meist irgendwann vor emotionale Herausforderungen.
Geboren im ostbelgischen Kelmis, verbrachte er seine berufliche Laufbahn in der Industrie im Raum Aachen. Ins Licht des öffentlichen Interesses trat er Ende der Siebzigerjahre als Gitarrist einer ostbelgischen Rockband, die in der deutschen Musikszene vorübergehend Fuß fasste. Noch heute ist er musikalisch aktiv. In den Achtzigerjahren produzierte er im Auftrag der Deutschsprachigen Gemeinschaft einen Film über die industrielle Vergangenheit seiner Gemeinde, die ihn seit jeher beschäftigt. Um die Jahrtausendwende stieg der Autor in die Kommunalpolitik ein und bekleidete von 2012 bis 2018 das Amt des Bürgermeisters seiner Heimatgemeinde Kelmis, wo er unter anderem für die Einrichtung des Industriemuseums "Vieille Montagne" verantwortlich zeichnete. Sein erstes Buch, "Zerrissen am 10. Mai 1940", wurde im Jahre 2012 veröffentlicht. Das zweite Werk, "Die Flucht", erschien im Jahr 2016.