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Im Jahr 1932 schickte der australische Staat bewaffnete Soldaten in die Wüstenränder Westaustraliens - nicht gegen einen menschlichen Feind, sondern gegen Zehntausende wandernder Emus. Was als routinemäßige Schutzmaßnahme für Weizenbauern geplant war, endete in einem öffentlichen Debakel: Die Vögel wichen aus, verteilten sich, absorbierten Beschuss und setzten ihren Zug fort. Die Armee zog sich zurück. Was dieser Vorfall in der australischen Erinnerungskultur hinterlassen hat, ist mehr als Anekdote. Er steht am Schnittpunkt zweier Ordnungsvorstellungen, die das Verhältnis zwischen Siedlergesellschaft und Land bis heute prägen: die Überzeugung, dass staatliche Mittel jedes Naturrproblem lösen können, und die zunehmend fragile Illusion, dass dieses Land überhaupt zähmbar sei. Im Mittelpunkt steht nicht das militärische Versagen selbst, sondern die Frage, warum der Staat glaubte, militärische Gewalt sei das richtige Werkzeug - und was diese Überzeugung über die kolonialen Denkmuster verrät, die hinter australischer Agrarpolitik steckten. Dieses Buch rekonstruiert die Entscheidungslogik hinter der sogenannten Emukriegskampagne, analysiert die satirische Pressereaktion der 1930er Jahre und untersucht, wie das kollektive Gedächtnis dieses Ereignisses zwischen Selbstironie und verdrängter Kolonialkritik pendelt. Australische Naturgeschichte und politische Kultur begegnen sich in einem Moment, der absurder kaum sein könnte - und gerade deshalb von bleibendem analytischen Wert ist.
Ein Sachbuchautor, der über Geschichte, Geschäftsstrategie und persönliche Entwicklung mit einer klaren, strukturierten und analytischen Stimme schreibt.