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Im Aufmacher fragt die Juristin Marietta Auer danach, was unsere digitale Moderne bis hin zu KI aus der Science Fiction gelernt hat - und was wiederum wir daraus lernen können. Um das Scheitern und das Versagen in der Politik geht es in einem Essay, den die beiden Merkur-Preisträger/innen Nora Weinelt (2021) und Benedikt Wintgens (2020) gemeinsam verfasst haben. Einen Vergleich der Städte Kijiw und Berlin unternimmt der ukrainische Autor Vasyl Bartovshchuk. In seiner Theaterkolumne setzt sich Ekkehard Knörer mit neuen Stücken von Rainald Goetz auseinander - mit dem Fokus auf dem Verhältnis des Autors zu Michael Rutschky, und auch zum Merkur. Henning Ziebritzki liest drei neue Bücher zu Goethe, von denen ihm das von Gustav Seibt ausnehmend gut gefällt; er weiß aber nicht, ob es nun überhaupt noch weitere braucht. In der Auseinandersetzung mit dem jüngsten Buch von Hartmut Rosa nimmt Thomas Bedorf einige wichtige phänomenologische Verkomplizierungen vor. Mit handelshistorisch unterfüttertem Blick analysiert Nicholas Mulder die Lage der Handelswege (vor allem natürlich der Straße von Hormus) in der gegenwärtigen geopolitischen Situation. In Johannes Franzens Essay "Der Ausrutscher der Autorin" geht es um sich wandelnde Erwartungen und Kräfteverhältnisse zwischen Autorinnen/Autoren und Leserschaft. Julia Kartashova legt dar, warum Situationen, in denen Machtmissbrauch stattfindet oder droht, weit weniger leicht lesbar sind, als manch einer annehmen will.
Christian Demand, Jg. 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).
Christian Demand ist Herausgeber des MERKUR.
ESSAY Marietta Auer Digitale Moderne als Science Fiction Nora Weinelt/Benedikt Wintgens Scheitern und Versagen in der Politik Vasyl Bartovshchuk Berlin und Kijiw. Ein Städtevergleich KRITIK Ekkehard Knörer Theaterkolumne. Welcome to the Final Show: Goetz, Rutschky, Lapidarium Henning Ziebritzki Die Geschichte mit den Gobelins. Drei neue Bücher zu Goethes Leben und Werk Thomas Bedorf Situationen, Konstellationen & Positionierungen Resonanzsoziologie und politische Phänomenologie MARGINALIEN Nicholas Mulder Empires of Flow Control Johannes Franzen Der Ausrutscher der Autorin Julia Kartashova Die Lesbarkeit der Macht