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Ein römischer Kaiser, nachts im Feldlager an der Donau, schreibt Notizen - nicht für die Nachwelt, sondern "an sich selbst". Aus diesen privaten Aufzeichnungen Marc Aurels wurde eines der meistgelesenen Bücher der Weltliteratur. Die "Selbstbetrachtungen" sind das Vermächtnis der stoischen Philosophie: Übungen in Gelassenheit gegenüber allem, was nicht in unserer Macht steht, Ermahnungen zur Pflicht, zur Güte gegen die Mitmenschen und zur Ruhe angesichts der Vergänglichkeit. "Das Leben ist, was deine Gedanken daraus machen" - Sätze wie dieser haben Leser über achtzehn Jahrhunderte begleitet, von den Humanisten bis zu den heutigen Wiederentdeckern der Stoa. Kaum ein antiker Text ist so unmittelbar gegenwärtig: Wer nach Fokus, innerer Ruhe und einem Kompass für schwierige Zeiten sucht, findet ihn hier - bei einem Mann, der das mächtigste Amt der Welt innehatte und dennoch täglich an seiner Selbstbeherrschung arbeitete. Der Urtext aller Lebenskunst-Literatur, zeitlos und tröstlich. Diese digitale Neuausgabe folgt einer klassischen, gemeinfreien deutschen Übersetzung des 19. Jahrhunderts mit vollständigem, nach den zwölf Büchern verlinktem Inhaltsverzeichnis.
Marc Aurel (121-180 n. Chr.) war von 161 bis zu seinem Tod römischer Kaiser - und ist als "Philosoph auf dem Kaiserthron" in die Geschichte eingegangen. Schon als Jugendlicher der stoischen Philosophie zugetan, regierte er ein Reich in der Dauerkrise: Kriege an Donau und Euphrat, die Antoninische Pest, Aufstände. Seine griechisch verfassten Aufzeichnungen "An sich selbst", entstanden größtenteils in den Feldlagern der Markomannenkriege, waren nie zur Veröffentlichung bestimmt. Gerade deshalb gelten die "Selbstbetrachtungen" als das ehrlichste Dokument der stoischen Lebenskunst - und als eines der einflussreichsten Bücher der Antike.