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Das Labor verspricht Leben. Zurück kommt etwas anderes.
Ein grünes Reagenz, ein steriler Raum, ein Körper jenseits der natürlichen Ordnung: Re-Animator verwandelt den alten Traum von der Überwindung des Todes in eine groteske Versuchsanordnung. Herbert West behandelt Sterblichkeit wie eine technische Störung - und entfesselt damit eine Welt, in der Vernunft, Körper und Moral auseinanderbrechen.
Re-Animator - Die Philosophie des Todes untersucht Stuart Gordons Film von 1985 und die Fortsetzungen von Brian Yuzna als philosophisches Experiment zwischen H. P. Lovecraft, Frankenstein, Freud, Adler und Heidegger. Im Zentrum steht die Frage, warum der Mensch den Tod beherrschen will, obwohl jeder Versuch neue Formen von Verfall, Gewalt und Kontrollverlust hervorbringt.
Der Band beginnt bei Lovecrafts literarischer Vorlage Herbert West - Reanimator und verfolgt den Weg zum grellen, körperlichen und schwarzhumorigen Horrorfilm der 1980er Jahre. Dabei wird Herbert West als moderne Frankenstein-Figur sichtbar: brillant, kalt, obsessiv und unfähig, die Grenze zwischen Erkenntnis und Wahn zu akzeptieren.
Die Analyse betrachtet Re-Animator , Bride of Re-Animator und Beyond Re-Animator als zusammenhängende Trilogie über wissenschaftliche Hybris, körperliche Entgrenzung und die Unmöglichkeit, den Tod folgenlos zu korrigieren. Figuren wie Dan Cain, Megan Halsey und Dr. Hill erscheinen dabei als Gegenkräfte, Spiegel und Opfer einer Forschung, die den Körper wiederbelebt, aber die Frage nach Identität, Würde und Seele offenlässt.
Besonderes Gewicht liegt auf der Wirkung des Horrors. Splatter, schwarzer Humor und groteske Körperbilder werden nicht als reine Effekte verstanden, sondern als filmische Mittel, mit denen der Horror über Sterblichkeit, Tabu, Ekel, Komik und Kontrollverlust nachdenkt. Das Lachen über das Unmögliche wird zur Reaktion auf eine zutiefst ernste Frage: Was bleibt vom Menschen, wenn Leben nur noch Bewegung ist?
Im Buch:
- Filmanalyse: Szenen, Struktur, Kontext und Trilogie-Entwicklung
- Figuren & Psyche: Herbert West, Dan Cain, Megan Halsey und die Logik der Obsession
- Mythos & Deutung: Lovecraft, Frankenstein, Todestrieb, Hybris und Unsterblichkeitsfantasien
- Stil & Wirkung: Body Horror, schwarzer Humor, Splatter, Tabu und Kultstatus
Re-Animator - Die Philosophie des Todes ist eine kompakte Movies-To-Go-Filmanalyse über Kino, Sterblichkeit und die Hybris der Vernunft. Ein Band über den Punkt, an dem wissenschaftliche Erkenntnis in Wahn umschlägt - und der Tod trotzdem nicht verschwindet.
Markus Brüchler (geb. 1970) ist Autor, Essayist und Herausgeber filmphilosophischer Werke. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den psychologischen und mythologischen Tiefen des Kinos. Seine Analysen verbinden klassische Psychoanalyse (Freud, Jung, Adler) mit moderner Kultur- und Medienphilosophie. Nach früheren Tätigkeiten im IT- und Verlagsbereich gründete er den Colla & Gen Verlag, in dem er heute eigene und kuratierte Buchreihen veröffentlicht. Mit Projekten wie "Die Evolution des Filmnerds" und den philosophischen Filmbüchern verknüpft Brüchler Popkultur, Psychologie und autobiografische Reflexion zu einer einzigartigen Form der Kulturkritik. Er lebt und arbeitet in Nordrhein-Westfalen.