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Wer im Coaching an einen Punkt kommt, an dem rational nachvollziehbare Lösungen einfach nicht greifen, stößt häufig auf tief verankerte Glaubenssätze: unbewusste, in einem Satz zusammengefasste Denkmuster wie "Ich muss immer alles perfekt machen" oder "Nur wenn ich es selbst mache, ist es gut". Sie prägen die Einstellung von Klientinnen und Klienten und steuern damit deren Denken und Handeln, oft ohne dass dies im laufenden Coachingprozess erkannt wird. Martin Gudacker, seit 1992 als selbstständiger Berater, Trainer und Coach tätig und Ausbilder zahlreicher Coachs, stellt in diesem Praxishandbuch ein Vorgehen zur Verfügung, mit dem sich genau diese Ebene gezielt erschließen und bearbeiten lässt.
Das Buch gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil ordnet bestehende Konzepte aus Therapie, Persönlichkeitspsychologie und Coaching ein: von der rational-emotiven Verhaltenstherapie über Entspannung, Meditation und Affirmation bis zu Submodalitäten- und Swish-Techniken aus dem NLP, Hypnose sowie EMDR und Kohärenztherapie. Für jeden Ansatz benennt der Autor Nutzen und Schwachpunkte, sodass Coaches gezielt einordnen können, welches Verfahren zu welcher Klientensituation passt. Behandelt werden dabei auch Zusammenhänge zwischen Glaubenssätzen und Themen wie Selbstwert, Persönlichkeitstypen sowie Mustern, die bei einer Tendenz zu Persönlichkeitsstörungen auftreten können.
Auf dieser Grundlage entwickelt der Autor im zweiten Teil seine eigene, in fünf Schritten strukturierte Methode: vom Erkennen und Analysieren eines Glaubenssatzes über die Ermittlung der geltenden Formulierung mithilfe kinesiologischer Testverfahren und die Abwägung von Vor- und Nachteilen bis zur Entwicklung einer tragfähigen neuen Formulierung und deren Verankerung auf der unbewussten Ebene, unter anderem mit EFT-Klopftechniken. Zu jedem Schritt liefert Gudacker konkrete Hinweise zu Voraussetzungen, möglichen Schwierigkeiten und deren Lösung.
Der dritte Teil macht das Vorgehen unmittelbar praxistauglich: Ein durchgängiges Fallbeispiel zeichnet alle fünf Schritte anhand einer konkreten Coaching-Situation nach, ein eigenes Kapitel widmet sich Grenzen, Voraussetzungen und typischen Stolpersteinen des Vorgehens sowie der Abgrenzung zwischen Coaching und Therapie. Ergänzend zeigt der Autor, wie Coachs die Methode auch im Selbstcoaching nutzen können, um eigene innere Antreiber, Blockaden und wiederkehrende Problemmuster zu bearbeiten - ein Beitrag zur eigenen Veränderungskompetenz, bevor sie diese Kompetenz an Klientinnen und Klienten weitergeben.
Das Buch richtet sich an Business-Coachs, Beraterinnen und Trainer, die ihr methodisches Repertoire um einen strukturierten Zugang zur Arbeit mit Glaubenssätzen erweitern möchten, ebenso an Führungskräfte mit Coaching-Aufgaben und an Coachs in Fortbildung, die ihr Methodenspektrum vertiefen wollen. Der klar gegliederte Aufbau erlaubt sowohl das systematische Durcharbeiten von der ersten bis zur letzten Seite als auch das gezielte Herausgreifen einzelner Kapitel als Nachschlagewerk für die tägliche Coaching-Praxis.
Ergänzend zum gedruckten Buch stehen umfangreiche Online-Arbeitshilfen zur Verfügung: eine Sammlung von rund 1.700 kategorisierten Glaubenssätzen, eine Checkliste für den Fall, dass der Muskeltest nicht zufriedenstellend gelingt, Mustertexte für Entspannungs- und Transformationsanleitungen sowie Abbildungen zu Tapping Points und Muskeltest-Varianten. Damit liefert das Buch, erschienen in der Reihe Edition Training aktuell, nicht nur fundiertes Hintergrundwissen, sondern unmittelbar einsetzbares Handwerkszeug für die Arbeit mit Glaubenssätzen in Coaching und Persönlichkeitsentwicklung.
Martin Gudacker: Diplom-Kaufmann, ist seit 1992 als selbstständiger Berater, Trainer und Coach tätig. Er hat zahlreiche Personen selbst zum Coach ausgebildet und war für verschiedene namhafte Firmen tätig. Seit vielen Jahren setzt er sich im Rahmen des Coachings mit dem Thema Glaubenssätze intensiv auseinander und hat nach und nach eine eigene Methode zur Veränderung von Glaubenssätzen entwickelt, die er in seinem Buch beschreibt. Seinen Klienten auf lockere Art tiefgehend und professionell weiterhelfen zu wollen, war mitauslösend für seine intensive Beschäftigung mit dem Thema Glaubenssätze. Dabei verband der Autor sein praktisches mit seinem theoretischen Wissen.